Sportklettern | BerichteEine Kletterwand auf Tour
Nicht jede Sport unterrichtende Lehrperson hat die Affinität oder die nötige Zeit, sich in Sportklettern auszubilden. Ein Projekt des SAC hilft, den Schülerinnen und Schülern das Klettern näher zu bringen.
Kletterwände stehen längst noch nicht in allen Sporthallen. Will eine Lehrperson aber ihren Schülerinnen und Schülern das Erlebnis Klettern dennoch nicht vorenthalten und sie in die Welt des Sportkletterns hineinschnuppern lassen, kann sie vom erfolgreichen Projekt «Rivella Climbing» Externer Link profitieren: Der SAC verwandelt die Sporthalle für eine Woche in eine Kletterhalle.
Andrea Fankhauser: «Lehrpersonen erhalten so die Gelegenheit, die Sportart auszuprobieren und sich von deren Tauglichkeit für den Sportunterricht zu überzeugen. Im Unterschied zum Besuch einer externen Kletteranlage kann insbesondere die Situation «Klettern im Sportunterricht» 1:1 betrachtet werden.»
Dabei leitet ein erfahrener Betreuer die Lektionen und steht für sämtliche Fragen zum Klettern in der Schule zur Verfügung. Ein Projekt, das sich nun seit 11 Jahren an regem Interesse und entsprechend grosser Nachfrage erfreuen kann.
Neue Sichtweise auf Schüler
Viele buchen die Rivella-Kletterwand regelmässig alle paar Jahre, einige sogar jährlich. Die Nachfrage zeigt: Lehrpersonen, die bereits mit dem Klettersport vertraut sind, setzen sich stark dafür ein, dass er einen festen Platz im Sportunterricht erhält.
Dabei eignet sich die Kletterwand bereits für Kinder in der Unterstufe oder im Kindergarten. «Allerdings empfehlen wir, bei Schülern bis ungefähr zur vierten Klasse immer zusätzliche Sicherungspersonen zuzuziehen», sagt Andrea Fankhauser. Dies, weil sich die Schüler in dieser Alterskategorie zum Teil noch zu wenig konzentrieren können und sich der Risiken zu wenig bewusst sind. «Diese zusätzlichen Personen können interessierte Lehrer oder auch Eltern der Kinder sein.» Falls dies nicht möglich ist, kann an einer Wand gebouldert werden.
Ängste, Adrenalin und Vertrauen
Während dieser Woche klettern viele Schüler zum ersten Mal an einer Kletterwand. Das Neue fasziniert und begeistert, es ist aber zu Beginn oft auch eine gewisse Unsicherheit vorhanden. Klettern ist nicht nur ein Sport. Es geht um Ängste, Adrenalin und natürlich Vertrauen in den Partner.
Für Andrea Fankhauser ist es stets interessant zu sehen, wie sich die natürliche Ordnung einer Schulklasse verändert: «Die leistungsstarken oder sportlichen Schüler sind nicht automatisch die Besten an der Kletterwand. Das kann die sozialen Hierarchien durcheinanderschütteln.»
Die Rivella Climbing-Tournee dauert jeweils von Januar bis zu den Herbstferien. Doch der Erfolg macht, dass es heuer anders ist: «Wir haben die Dauer verlängert. Die mobile Kletterwand wird bis im Mai 2011 durch die Schweizer Schulen touren», freut sich Andrea Fankhauser. Und so, wie es aussieht, wird die Rivella-Wand auch nach den Sommerferien, im Schuljahr 2011/2012, wieder unterwegs sein.



Schliessen
Zurück zur Übersicht

nach oben