Sportgetränke
Es ist kalt… wir müssen viel trinken!

04.01.2012 | Berichte | Kommentare (0)

Wenn draussen eisige Kälte herrscht, verbringen wir viel Zeit in geschlossenen Räumen in trockener Heizungsluft. Das trocknet aus. Und auch wer sich im Winter im Freien bewegt, soll reichlich trinken.

Genügend trinken ist in jeder Jahreszeit wichtig, denn der Mensch besteht zu 50 bis 60 % aus Wasser, das an wichtigen physiologischen Abläufen beteiligt ist. «Wir können tagelang ohne feste Nahrung auskommen, aber ohne Wasser überleben wir nur wenige Tage und leiden innert kürzester Zeit unter gesundheitlichen Problemen», erläutert die Ernährungsberaterin Dr. Claudia Fragiacomo. Viel trinken müsse auch im Winter so selbstverständlich sein wie das Atmen.

Hydratation: Il fait froid? Buvons! Nicht zu lange warten

«In der kalten Jahreszeit neigen wir dazu, weniger zu trinken. Wir können uns jedoch mit warmen Getränken wie Schwarz- und Kräutertee, Milch und Suppen behelfen, um die Körpertemperatur zu halten und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen», erklärt Dr. Fragiacomo.

Alkoholische Getränke hingegen seien nicht angezeigt, da sie bei eisigen Temperaturen die Körpertemperatur senken und so das Risiko von Erfrierungen erhöhen würden. «Wir sollten über den Tag verteilt trinken, ohne ein starkes Durstgefühl abzuwarten, das ein Symptom einer Dehydratation ist.»

Vermehrt wasserhaltige Lebensmittel

Nur wenige wissen, dass es im Winter leichter ist, die tägliche Wasserzufuhr sicherzustellen, da wir in dieser Jahreszeit vermehrt wasserhaltige Nahrungsmittel zu uns nehmen. Kohlenhydrate wie Teigwaren, Reis und Getreide quellen beim Kochen und nehmen so Wasser auf. Brot beispielsweise enthält 30 Prozent Wasser. «In der kalten Jahreszeit ist das Angebot an frischen Früchten und Gemüse, die viel Flüssigkeit enthalten, eingeschränkt. Ich rate dennoch dazu, die gute Gewohnheit beizubehalten, drei Portionen Früchte und zwei Portionen Gemüse pro Tag zu essen, die zu 80 Prozent aus Wasser bestehen und zudem gekochtes Fleisch auf den Tisch zu bringen, das 50 Prozent Wasser enthält», sagt die Ernährungsberaterin. Eine Trinkmenge von eineinhalb Litern, zusammen mit der Flüssigkeit, die über Nahrungsmittel aufgenommen wird, ist ausreichend, um die empfohlene Tagesmenge zu erreichen.

Kinder gut beobachten

Und wie steht es mit den Kindern? «Die notwendige Flüssigkeitsmenge ist abhängig vom Gewicht, vom Alter und von der Bewegung», erklärt Fragiacomo. Es ist schwierig, den Flüssigkeitsbedarf der Kinder genau festzulegen, da er von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Den Eltern wird geraten, auf gewisse Symptome zu achten, wie spröde, rissige Lippen, die ein Hinweis für eine mangelnde Flüssigkeitszufuhr sind, oder Kopfschmerzen und Gereiztheit, die unter anderem durch Dehydratation entstehen können.

Man schwitzt auch bei Minusgraden

Ob wir nun bei strahlendem Sonnenschein oder bei rauem Wetter und Schneefall Ski fahren: Unser Flüssigkeitsbedarf bleibt gleich. Wintersportlerinnen und -sportler sollen die Trinkmenge der Dauer der Aktivität, der Intensität, dem Höhenunterschied und der Kleidung anpassen. Diese Faktoren wirken sich stark auf die Flüssigkeitsbilanz und somit auch auf die Leistungsfähigkeit und den Gesundheitszustand aus. Die Experten weisen darauf hin, dass die durch Muskelaktivität erzeugte überschüssige Wärme über den Schweiss abgegeben wird, um die Muskeltemperatur konstant zu halten.

Mineralsalzverlust führt zu Leistungsabbau

Auch das «Mikroklima», das zwischen der Körperoberfläche und der Wintersportbekleidung herrscht, beeinflusst die Körpertemperatur. Bei kühlem Herbst- und Winterwetter kann durch dieses Mikroklima viel Flüssigkeit verloren gehen: bei intensiver Anstrengung bis zu 1,5/2 Liter Wasser pro Stunde. Gleichzeitig werden Mineralsalze ausgeschieden, vor allem Kalium und Magnesium. Ein entsprechender Mangel verringert die Muskelleistung und verursacht Symptome wie Müdigkeit, Muskelkrämpfe, Übelkeit sowie Konzentrations- und Reflexschwächen.

Text: Lorenza Leonardi-Sacino

Dr. Claudia Fragiacomo ist Pharmakologin und Ernährungsberaterin in der Praxis von Dr. William Pertoldi in Chiasso.
Tipps für eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
• Jeglicher Flüssigkeitsverlust muss abhängig von der Dauer der körperlichen Anstrengung und der Temperatur kompensiert werden.
• Trinken, bevor das Durstgefühl auftritt und während der sportlichen Aktivität auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.
• Während einer längerdauernden Aktivität sollten wir alle 15 bis 20 Minuten kleine Mengen an Flüssigkeit zu uns nehmen (rund 200 ml).
• Eine ausgewogene Ernährung ist unerlässlich, um den Körper ausreichend mit Mineralsalzen zu versorgen.
• Keine Plastik- oder Nylonkleider tragen, um mehr zu schwitzen und somit abzunehmen: Sie behindern die Schweissverdunstung und verschlechtern so die Thermoregulierung während der Anstrengung.

Quelle: «mobile» 5/2010

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