Der weibliche Zyklus im Sport

Zyklus und Training

Neben dem Verständnis des Menstruationszyklus und seiner Phasen ist es wichtig zu wissen, wie sich die Hormonschwankungen auf den Sport auswirken. Die verfügbare Energie, die Stimmung, die Bewegungskoordination oder der Erholungsbedarf verändern sich im Monatsverlauf – wie stark, ist von Sportlerin zu Sportlerin unterschiedlich. Sind sich die Trainerinnen und Trainer der Auswirkungen bewusst, können sie die Betreuung besser und individuell anpassen.

Der weibliche Zyklus im Sport: Zyklus und Training

Diese weiblichen Hormone wirken gleichzeitig auf mehrere Systeme – manchmal in entgegengesetzte Richtungen:

  • Östrogen kann die Muskelkraft und die Muskelreaktivität verbessern, aber auch die Bandlaxität erhöhen.
  • Progesteron beruhigt das zentrale Nervensystem, kann aber auch die Stimmung beeinflussen.

Die tatsächlichen Auswirkungen sind von Sportlerin zu Sportlerin sehr unterschiedlich!

Die sichtbarsten Symptome treten häufig in Form von raschen Hormonschwankungen um den Eisprung oder vor der Menstruation auf. Diese Schwankungen können das Energielevel, die Stimmung oder die Bewegungskoordination vorübergehend beeinflussen.

Der Zyklus kann mehrere Komponenten der Leistung beeinflussen, die jede Sportlerin anders wahrnimmt. Die durch regelmässiges Training ausgelösten physiologischen Anpassungen sind jedoch in allen Zyklusphasen möglich und unterstützen eine kontinuierliche Entwicklung.

Wichtig

Der Menstruationszyklus wirkt sich auf die Energie und Motivation aus, darf aber nie isoliert betrachtet werden. Er ist einer von vielen Faktoren, die miteinander zusammenhängen: Erholung, Ernährung, Schlaf, psychische Belastung, Stress, individueller Lebenskontext usw. Eine Leistungs- oder Stimmungsschwankung ist häufig auf eine Kombination von verschiedenen Elementen zurückzuführen. Daher ist es wichtig, die Sportlerin ganzheitlich zu betrachten, unabhängig von ihrem Niveau.

Fazit: Der Zyklus ist einer von vielen Faktoren, den es weder zu ignorieren noch zu überschätzen gilt. Ziel ist es, seinen Einfluss individuell zu beurteilen und die Betreuung entsprechend anzupassen.

Auswirkungen auf die sportliche Leistung

Die Hormonschwankungen haben Einfluss auf den Körper und die Leistung der Sportlerin, und können eine Orientierungshilfe bei der Wahl der sportlichen Aktivitäten während des Menstruationszyklus bieten.

Menstruation

  • Hormone: Abfall von Östrogenen und Progesteron.
  • Mögliche Auswirkungen auf den Körper: Müdigkeit, Bauchschmerzen, Wassereinlagerung, Kopfschmerzen. Die Symptome sind oft während der ersten beiden Tage am stärksten.
  • Mögliche Auswirkungen auf den Sport: Die Kombination dieser Symptome kann Wohlbefinden und/oder Leistung verringern. Paradoxerweise hilft moderate körperliche Aktivität oft, sie zu lindern.

Follikelphase

  • Hormone: progressiver Anstieg des Östrogenspiegels.
  • Mögliche Auswirkungen auf den Körper: Gefühl zunehmender Energie.
  • Mögliche Auswirkungen auf den Sport: Dies ist ein günstiger Zeitraum, um sportartspezifische Kompetenzen zu entwickeln.

Eisprung

  • Hormone: Östrogenspiegel am höchsten und Freisetzung des LH.
  • Mögliche Auswirkungen auf den Körper: Bei einigen Sportlerinnen ist die Energie auf dem Höhepunkt, bei anderen leicht rückläufig. Die Bänder werden dehnbarer und die Gelenkstabilität somit geringer.
  • Mögliche Auswirkungen auf den Sport: Diese physiologische Veränderung kann das Verletzungsrisiko leicht erhöhen, ohne dass dies systematisch der Fall ist. Ein gezieltes Training von Kraft und Koordination trägt zur Verletzungsprävention bei.

Lutealphase

  • Hormone: Anstieg des Progesteronspiegels, danach Absinken drei bis fünf Tage vor der Menstruation.
  • Mögliche Auswirkungen auf den Körper: erhöhte Körpertemperatur, beschleunigter Stoffwechsel, mögliche Wassereinlagerung, Müdigkeit, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen.
  • Mögliche Auswirkungen auf den Sport: Eine Kombination dieser Symptome kann Training oder Leistung beeinflussen. So können etwa eine geringere Bewegungskoordination, eine abnehmende Motivation oder eine Verschlechterung des allgemeinen Wohlbefindens auftreten. Diese Effekte treten oft drei bis fünf Tage vor der Menstruation stärker auf.

Auswirkungen der hormonellen Verhütung

Die hormonelle Verhütung verändert den natürlichen Zyklus, indem sie die Schwankungen des Östrogen- und Progesteronspiegels reguliert oder unterdrückt. Je nach verwendeter Methode (Pille, Pflaster, Hormonspirale, Stäbchen) können Blutungen ausgelöst, reguliert, reduziert oder komplett unterdrückt werden.

Hauptsächliche Auswirkung: Der Eisprung wird grundsätzlich verhindert. Frauen, die hormonell verhüten, durchleben folglich nicht die gleichen Schwankungen von Energie, Motivation und körperlichem Empfinden wie diejenigen mit einem natürlichen Zyklus.

Relevanz für Trainerinnen und Trainer

Jedes Verhütungsmittel wirkt anders. Wer von der Sportlerin weiss, ob und welche hormonelle Verhütung sie nutzt, kann ihre körperlichen und emotionalen Reaktionen beim Training besser interpretieren.

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