Vielfalt erleben – Vielfalt leben

Umgang mit Vorurteilen beim Bewegen und Begegnen: Diskriminierung - Nein danke!

«Schnappball» als einfache Spielform spielen: 2 Gruppen bilden. Ziel ist, als Gruppe den Ball so lange wie möglich im Besitz zu halten und möglichst viele Pässe innerhalb der Gruppe zu erreichen. Es gibt 1 Punkt bei 10 gelingenden Pässen innerhalb der Gruppe. Diejenige Gruppe, die nicht im Ballbesitz ist, versucht sich den Ball zu schnappen, um mit Pässen zu punkten.

Diskriminierung - Nein danke!

Die Lehrperson kommuniziert der Hälfte der Spielenden pro Gruppe – ohne, dass die anderen Gruppenmitglieder es hören – eine Regel: Sie dürfen den anderen Mitgliedern ihrer Gruppe keinen Pass zuspielen. Das Spiel beginnt. Es wird unterbrochen, sobald die Stimmung in den jeweiligen Gruppen schlecht wird oder sich einige Mitglieder ärgern und beschweren, weil sie keine Pässe erhalten. Gemeinsam wird das Erlebte diskutiert.

Spielziel: Diskriminierung und Konsequenzen (er-)kennen lernen
Anzahl Teilnehmende: 8+ (2 Gruppen à min. 4 Personen)
Alter: 12+
Dauer: 40’
Material: 1 Ball

Mögliche Fragen

  • Was ist passiert? Hinweis: Nach den Antworten erklärt die Lehrperson allen die kommunizierte Regel.
  • Was hat die Regel während des Spielens bei dir ausgelöst?
  • Wie hat sich die Stimmung und der Zusammenhalt in der Gruppe verändert?
  • Findest du es gerecht, wenn jemand von der Gruppe ausgeschlossen wird?
  • In unserem Sportalltag: Welche Folgen kann ungerechtes Verhalten oder Ausschluss von Einzelnen im Sport allgemein haben? Wie wählen wir unsere Teammitglieder aus, wenn wir 2 Gruppen bilden? Z.B. je nachdem, mit wem wir am meisten Spass haben, wer am besten oder uns ähnlich ist. Was empfinden wohl diejenigen, die nicht gewählt werden?

Variationen

  • Diejenigen Gruppenmitglieder, die keine Pässe erhalten sollen, erhalten einen gelben Notizzettel mit einer Sicherheitsnadel am Rücken befestigt.
  • Sportartfärbung: Schnappball als Fussball-, Wasserball- oder Unihockeyvariante usw.
  • Schwierigkeitsgrad erhöhen
  • Regel variieren, z.B. darf keinem Gruppenmitglied mit blonden Haaren oder blauem T-Shirt zugespielt werden.

Impulse

  • Selbst wenn für Einzelne von uns das Gesagte oder bestimmtes Verhalten harmlos scheint, können Vorurteile, Stereotype oder Diskriminierung das gemeinsame Sporttreiben und Zusammenleben erheblich erschweren; und schwerwiegende Folgen für eine Person haben: z.B. emotionales Missbefinden, gemindertes Selbstbild und Vertrauen, Rückzugsverhalten.
  • Beobachtet ihr verletzendes, diskriminierendes oder rassistisches Verhalten, dann unterbrecht den Unterricht bzw. das Training. Besprecht mit allen den Vorfall. Vorfälle dürfen weder ignoriert noch verharmlost werden. Allenfalls werden Sanktionen verhängt.
  • Betroffene von Diskriminierung sind nicht schuld daran.
  • Duldet keine verallgemeinernden, diskriminierenden oder rassistischen Äusserungen im Sportalltag!
  • Verwende als Lehrperson eine diskriminierungsfreie Sprache. Sportspezifische Ausdrücke oder Begriffe, z.B. ein Spielname, sollten diskriminierungsfrei sein und keine Stereotype reproduzieren.
  • Diskriminierungsfreies Verhalten wird gefördert, wenn diskriminierendes Verhalten im Sportalltag thematisiert wird.

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