Werte und Regeln: Regeln und Fairplay: Wieso nicht so?
Es werden Gruppen für Sitzball gebildet. Ziel ist es, möglichst viele andere Spieler abzuwerfen. Die Lehrperson verteilt jeder Gruppe ein Blatt mit unterschiedlichen Regeln, die still gelesenen werden.
Beispiele für Regeln
- Mit dem Ball in der Hand darf man zwei (keine) Schritte machen.
- Wer einen Ball fangen kann, gilt nicht als abgeworfen.
- Wer getroffen wird, muss sich auf den Boden setzen.
- Man kann erlöst werden, indem man einen Ball zugespielt bekommt oder einen rollenden Ball erwischt.
- Wird die Person getroffen, von der man zuvor getroffen wurde, darf man zurück auf das Spielfeld.
Jede Gruppe spielt für sich Sitzball mit den bekannten Regeln. Nach 5-10′ ruft die Lehrperson die Gruppen zusammen und erklärt folgende fiktive Sportsituation: «Ihr nehmt an einem internationalen Sitzball-Turnier teil, wo Gruppen aus unterschiedlichen Ländern teilnehmen und unterschiedliche Regeln kennen. Das Wettkampfkomitee beauftragt die Gruppen, eine Lösung zu finden. Dabei sollen die verschiedenen Gruppenregeln berücksichtigt werden und es soll sich zusammen auf eine gemeinsame Regel geeinigt werden, damit alle Gruppen am Turnier teilnehmen können.
Haben die Gruppen eine Lösung gefunden, fordert die Lehrperson sie auf, ihren Lösungsweg zu beschreiben. Danach wird diskutiert. Tipp: Spielt anschliessend in zwei Gruppen Sitzball mit der gefundenen Regel!
Spielziel: Andere bzw. neue Regeln kennen und akzeptieren lernen. Kommunikationsfähigkeit aneignen
Anzahl Teilnehmende: 9+ (3er-Gruppen)
Alter: 12+
Dauer: 30-45’
Material: 3 Softbälle (1 Ball pro Gruppe)
Mögliche Fragen
- Wie habt ihr euch gefühlt, als ihr mit der Gruppendiskussion gestartet habt?
- Wie habt ihr miteinander kommuniziert?
- Welche Folgen hatte die Regeländerung?
- Welche Regeln können wir verändern und welche nicht?
- Was verbessert das Spiel: mehr Regeln oder weniger Regeln?
- Warum sind Regeln im Sportunterricht oder Vereinsalltag und ausserhalb des Sports nötig?
Variationen
- Statt die Regeln in der Gruppe zu bestimmen, bekommt jeweils eine Person die Aufgabe, eine Regeländerung zu formulieren (evtl. als Hausaufgabe).
- Ein anderes Spiel spielen, bei dem einige Regeln weggelassen oder verändert werden können.
Impulse
- Werden Regeln gemeinsam aufgestellt, versteht man besser, warum es diese manchmal braucht. Dabei spielt die Gesprächskultur eine wichtige Rolle.
- Regeln dürfen und sollen hinterfragt werden. Wenn es die Situation verlangt, können sie auch geändert oder angepasst werden.
- Regeln sind nicht immer für alle passend oder nachvollziehbar. Doch für ein faires Spiel sind einheitliche Regeln eine zwingende Voraussetzung.
- Findet andere Spiele, bei welchen einige Regeln weggelassen oder verändert werden können.
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