Werte und Regeln: Regeln und Fairplay: Freipass zum Mogeln
Je nach Teilnehmerzahl 3er- oder 4er-Teams bilden. Die Teams bugsieren wie ein Bär auf allen Vieren einen Ball mit der Stirn über eine bestimmte Strecke bis zu einem Malstab, darum herum und wieder zurück. Dabei darf der Ball mit der Stirn nur über eine kurze Distanz (ca. 50 cm) vorgelegt werden. Alle Teams absolvieren diese Übung gleichzeitig.
Die Lehrperson bespricht vor dem Start mit einem Team im Geheimen eine Regelverletzung: Die Mitglieder dieses Teams kontrollieren den Ball beim Umrunden des Malstabes mit der Hand, legen sich ihn etwas weiter vor und absolvieren die ersten 2 Meter auf beiden Beinen. Dieses Team wird sicher gewinnen. Die anderen Teams werden dies allerdings bemerken. Die Regelverletzung ist Gegenstand der gemeinsamen Diskussion am Ende des Spiels.
Spielziel: Bedeutung von Regelverletzung und Fairplay kennenlernen, Ungerechtigkeit wahrnehmen und thematisieren, Konfliktfähigkeit lernen
Anzahl Teilnehmende: 9+ (3-4er-Gruppen)
Alter: 12+
Dauer: 20’
Material: 3-5 Bälle, 6-10 Malstäbe
Mögliche Fragen
- Wie habt ihr das Spiel erlebt?
- War es schwierig, miteinander bzw. gegeneinander zu spielen?
- Worin unterschied sich das Spiel in seinen Regeln bei euch vom anderen Team?
- Warum war die Gruppe, die gemogelt hat, schneller?
- Warum ist es nötig, sich an Spielregeln zu halten?
- Welche Gefühle hatten die Mogler? Welche die Betrogenen?
Impulse
- Sprich als Lehrperson die Funktion von Regeln im Sport an: Für ein faires Spiel sind Regeln eine zwingende Voraussetzung. Dazu müssen für alle dieselben Regeln gelten und eingehalten werden. Trotzdem können Regeln hinterfragt, angezweifelt und allenfalls angepasst werden.
- Sprich als Lehrperson die ungleichen Ausgangslagen der Teams an, und die Konsequenzen, die sich für das Spiel, die Teams, die Stimmung im Team und bei den einzelnen ergab. Es sind solche Regeln wichtig, die für alle dieselben Chancen zum Gewinnen ermöglichen.
- Treten im Sportalltag Konflikte in der Gruppe auf, bei denen z.B. sprachliche Barrieren, unerwünschte Verhaltensweisen (z.B. Mogeleien) oder individuelle Gewohnheiten das Zusammenleben erschweren, sollten diese angesprochen werden. Konflikte bieten Heranwachsenden die Chance, einen konstruktiven Umgang damit zu erlernen.
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