Umgang mit Vorurteilen beim Bewegen und Begegnen: 1, 2 oder 3
Drei verschiedene Felder definieren und von 1 bis 3 nummerieren.
Die Lehrperson bestimmt eine Bewegungsart mit der sich die Kinder ausserhalb der Felder bewegen sollen. Sie formuliert eine Meinung, Annahme oder ruft ein Merkmal (z.B. Augenfarbe, Körpergrösse, Hobby, «Ich bin der Meinung, …», «Ich fühle mich…», «Ich behaupte, …). Die Kinder rennen in das für sie passende Feld:
- Trifft zu: Feld 1;
- Trifft nicht zu: Feld 2;
- Weder noch: Feld 3.
Die Kinder, die jeweils als letztes ein Feld betreten haben, geben gemeinsam die Bewegungsart für die nächste Runde vor (z.B. rennen, auf allen vieren gehen, hüpfen). Die Lehrperson ruft wieder eine Meinung oder ein Merkmal, usw.
Spielziel: Sich über die Einzigartigkeit von «mir» und der «anderen» bewusstwerden; Gemeinsamkeiten erkennen; Einzelne/Gruppen respektieren und wertschätzen
Anzahl Teilnehmende: 6+
Alter: 8+
Dauer: 20’
Material: nummerierte Karten von 1-3
Mögliche Fragen:
- Ist euch das Entscheiden einfach oder schwer gefallen?
- Wie habt ihr euch in den Feldern gefühlt? Wisst ihr warum?
- Wie denkst du über eure unterschiedlichen Meinungen, Annahmen und Merkmale?
- Was heisst das für uns, dass wir uns in gewissen Dingen ähneln bzw. unterscheiden?
- Wie war es, als du gemeinsam mit Kindern eines anderen Feldes die nächste Bewegungsart bestimmen durftest?
Variationen
- Jedes Kind/jeder Jugendliche darf eine Meinung, Annahme oder ein Merkmal äussern.
- Zu Musik bewegen Bei Musikstopp ruft die Lehrperson eine Meinung oder ein Merkmal. Wer als Letzte/r ein Feld betritt, bestimmt die neue Meinung oder ein Merkmal.
- Einen Parcours durchlaufen und sich in das passende Feld stellen.
- Die Gruppen für ein weiteres Spiel neu durchmischen. So begegnen sich «unterschiedliche» Kinder/Jugendliche und verfolgen ein gemeinsames Spielziel.
Impulse
- Unterschiede und Ähnlichkeiten gehören zur kulturellen Vielfalt dazu. Diese Einstellung hilft, voreiliges Schubladendenken zu vermeiden und fördert das Zusammenleben ohne Gruppeneinteilung.
- Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen bedeutet nicht, dass wir diese Gruppe aufwerten müssen, nur weil sie uns vertraut ist. Wir sollten Gruppen, die anders denken, aussehen oder sprechen nicht abwerten oder als Konkurrenz betrachten.
- Gegenseitiger Kontakt und Austausch sowie die Gleichbehandlung untereinander können Vorurteile reduzieren.
- Begegnen wir unterschiedlichen Bedürfnissen, (sportlichen) Fähigkeiten, Meinungen oder Gewohnheiten mit Neugier und Staunen! So nehmen wir Unterschiede und Personen positiv wahr, respektieren, akzeptieren sie und lernen sie wertzuschätzen. Das fördert vorurteilsfreieres Denken und Verhalten.
- Wir können unterschiedliche Meinungen haben, weil wir unterschiedliche Erfahrungen in unseren jeweiligen Lebenswelten machen.
- Ob jemand grösser, schneller, nachdenklicher oder temperamentvoller ist, oder blaue Augen hat, oder eine Sportart (nicht) mag, oder lieber zur Turnhalle läuft statt Rad zu fahren: All diese Merkmale, Vorlieben und Annahmen tragen zur Einzigartigkeit einer Person bei und können in Alltagssituationen eine Stärke darstellen. Keine dieser Eigenschaften macht jemanden mehr oder weniger wertvoll, sie können aber hilfreich sein, um sich in verschiedenen Situationen zu ergänzen und zu unterstützen.
Weitere Spiele zum Umgang mit Vorurteilen beim Bewegen und Begegnen
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