Unsere vier tierischen Begleiter
In diesem Dossier begleiten uns vier Tiere, die zeigen, wie unterschiedlich Aufmerksamkeit sein kann. Adler Ali behält von oben den Überblick, Eichhörnchen Ella fokussiert sich auf ein einziges Detail, Bär Ben spürt viele Empfindungen in sich gleichzeitig, und Frosch Frida richtet sich ganz auf einen inneren Impuls aus. Gemeinsam machen sie sichtbar, wie vielfältig Aufmerksamkeit ist und wie Kinder diese Formen kennenlernen können.
Adler Ali
Wenn Adler Ali hoch oben am Himmel fliegt, fühlt er sich frei und leicht. Der Wind trägt seine grossen Flügel, und sein Körper schwebt fast von selbst. Von dort oben kann Ali ganz viel auf einmal sehen: die Wälder, die Wiesen, die kleinen Häuser, die spielenden Kinder, sogar die Schatten der Wolken auf dem Boden.
Sein Blick ist weit geöffnet wie ein grosses Fenster. Er nimmt alles wahr, was unter ihm passiert – wer sich bewegt, wo etwas raschelt, wo ein Tier entlangläuft. Das fühlt sich für ihn spannend und ruhig zugleich an. In diesem Moment ist Ali im Aussen weit: Er hat den Überblick, ohne sich auf etwas Bestimmtes festzulegen. Von hier oben entgeht ihm nichts.
Eichhörnchen Ella
Wenn Eichhörnchen Ella durch die Bäume flitzt, ist sie ganz wach und voller Energie. Ihr Körper springt leicht von Ast zu Ast, doch ihre Augen suchen nur eines: die perfekte Nuss. Ella schaut nicht auf den ganzen Wald, sondern ganz genau auf das, was sie gerade braucht. Sie entdeckt jede kleine Nuss, selbst wenn sie halb im Laub versteckt ist.
Wenn sie eine gefunden hat, trägt sie sie zu ihrem geheimen Versteck. Ella weiss ganz genau, wo jede Nuss liegt – kein Platz wird vergessen. In diesem Moment ist Ella im Aussen eng: Sie richtet ihren Blick auf eine einzige Sache und lässt alles andere für einen Moment verschwinden.
Bär Ben
Bär Ben liebt es, sich morgens ganz lang zu strecken. Dabei spürt er seinen ganzen Körper: die schweren Pfoten, den runden Bauch, die starken Schultern. Wenn er so dasteht, fühlt er viele Dinge gleichzeitig. Er merkt, wenn seine Muskeln müde werden, wenn sein Bauch knurrt oder wenn seine Augen langsam zufallen.
Ben spürt auch, wann es Zeit ist, sich in seine Höhle zurückzuziehen. Dann wird alles in ihm ruhig und schwer, und er weiss: Jetzt beginnt der Winterschlaf. Und wenn der Frühling kommt, fühlt er genauso deutlich, dass es wieder Zeit ist aufzuwachen. In diesem Moment ist Ben im Innen weit: Er nimmt viele Empfindungen in seinem Körper gleichzeitig wahr.
Frosch Frida
Frosch Frida sitzt ganz still auf einem Seerosenblatt. Von aussen sieht es aus, als würde sie nichts tun. Aber in ihrem Körper passiert etwas Wichtiges: Sie spürt genau, wie ihre Beinmuskeln gespannt sind, bereit für den nächsten Sprung.
Frida konzentriert sich nur auf dieses eine Gefühl – die Kraft in ihren Hinterbeinen. Alles andere blendet sie aus. Und wenn der richtige Moment kommt, stösst sie sich ab und hüpft weit über das Wasser zur nächsten Seerose. In diesem Moment ist Frida im Innen eng: Sie hält einen einzigen Körperimpuls fest und setzt ihn gezielt ein.




