Jugendliche
Jugendliche verstehen
ca. 10–17 Jahre · Präadoleszenz und Adoleszenz

Was Jugendliche prägt
Jugendliche sind weder grosse Kinder noch kleine Erwachsenen. Zwischen etwa 10 und 17 Jahren verändert sich so viel, dass sie sich oft selbst nicht mehr verstehen. Das Gehirn wird umgebaut: Zeitweise sinken Lern- und Leistungskapazität, und schon Kleinigkeiten nerven. Gleichzeitig verbessern sich Konzentration sowie abstraktes und räumliches Denken.
Wachstumsschübe, veränderte Proportionen und hormonelle Umstellungen verunsichern und führen innerhalb einer Altersgruppe zu enormen Unterschieden. Der kindliche Bewegungsdrang nimmt ab, «Chillen» wird ebenso wichtig. Das konditionelle Leistungsvermögen hingegen steigt stark an.
Jugendliche lösen sich von den Eltern, orientieren sich an Gleichaltrigen und suchen Anerkennung und Zugehörigkeit. Ihr Selbstwert ist verletzlich, Kritik und wertende Blicke treffen sie besonders. Sie entwickeln eigene Werte, wollen mitreden und selbst entscheiden; ihre Motive fürs Sporttreiben werden vielfältiger. Besonders Mädchen wenden sich in dieser Phase oft vom (leistungsorientieren) Sport ab, weil sie sich in ihrem Körper nicht mehr wohlfühlen.
Was das für J+S-Aktivitäten heisst
Am meisten hilft eine gute Beziehung, die auf gegenseitigem Vertrauen beruht. Leiterinnen und Leiter, die verlässlich sind, zuhören, ehrlich Interesse zeigen und die Jugendlichen ernst nehmen, werden zu wichtigen Bezugspersonen, gerade dann, wenn sich Jugendliche von anderen Erwachsenen abgrenzen.
Mitsprache und Verantwortung stärken den Selbstwert: Gemeinsam erarbeitete Regeln werden eher eingehalten, und wer das Aufwärmen anleitet oder als 1418coach erste Leitungserfahrungen sammelt, wächst an der Aufgabe. Wichtig ist, Stärken zu betonen, niemanden blosszustellen und mit Unlust, Coolness oder Aggression verständnisvoll umzugehen, denn oft stecken Unsicherheit und Angst vor Ablehnung dahinter.
Weil Kameradschaft für viele ein Hauptgrund fürs Sporttreiben ist, lohnt es sich, Gruppendynamik und Teamgeist bewusst zu gestalten. Rituale geben Halt. Und auch Leiterinnen und Leiter dürfen unvollkommen sein: Den enormen Unterschieden in einer Gruppe kann niemand ganz gerecht werden.
Entwicklungsstufen im Detail

Präadoleszenz / Übergangsphase Sek I
ca. 10–13 Jahre
«Passe ich noch dazu?»
Körper und Freundeskreis verändern sich, das Selbstbild ist verletzlich. Gleichaltrige werden wichtiger als Erwachsene. Schutzräume, flexible Gruppen und soziale Einbindung helfen. Beschämung und Selektion führen oft zum Ausstieg.
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Adoleszenz / Jugendalter
ca. 14–17 Jahre
«Wer bin ich – und wofür stehe ich?»
Jugendliche suchen ihre Identität und entwickeln eigene Werte. Sport wird Teil davon oder wird aufgegeben. Mitgestaltung, Sinnvermittlung und flexible Leistungsebenen halten sie im Sport.
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Weitere Entwicklungsstufen
Entwicklungsstufen Kinder
Kinder verstehen Kinder verstehen
Entwicklungsstufen Jugendliche
Jugendliche verstehen Jugendliche verstehen
Entwicklungsstufen Junge Erwachsene
Junge Erwachsene verstehen Junge Erwachsene verstehen