Dossier 1/26

Der weibliche Zyklus im Sport

Der weibliche Körper funktioniert nach einem natürlichen Rhythmus, der von monatlichen hormonellen Schwankungen geprägt ist. Diese Schwankungen beeinflussen die Gesundheit, das Wohlbefinden und die sportliche Leistung konkret und messbar. Doch der Menstruationszyklus bleibt im Sport häufig ein Tabuthema. Dieses Dossier richtet sich an Trainerinnen und Trainer mit einem einfachen und konkreten Ziel: den Zyklus zu verstehen, offen mit den Sportlerinnen zu sprechen und das Training entsprechend anzupassen.

Eine Sportlerin kann sich an einem Tag unbesiegbar, am nächsten jedoch müde fühlen. In der einen Woche fallen ihr die Sprints leicht und in der nächsten hat sie Mühe, ihren Rhythmus zu finden. Diese Schwankungen hängen von vielen Faktoren ab: körperliche und mentale Belastungen, Schlaf, Stress, Ernährung, Erholungszeit … Der Menstruationszyklus ist eines der Elemente dieses Puzzles – und zwar ein wichtiges.

Warum ist das relevant? Erstens, weil ein regelmässiger Zyklus ein Zeichen für gute Gesundheit ist. Er zeigt, dass der Körper über genügend Ressourcen verfügt, um all seine Funktionen sicherzustellen. Zweitens, weil der Zyklus das Training beeinflusst: Energielevel, Regeneration, Kraft, Bewegungskoordination und Konzentration verändern sich im Verlauf der Wochen. Diese Realität zu ignorieren, bedeutet, auf ein wertvolles Instrument zur Gesundheitsförderung und zur Optimierung der Betreuung von Sportlerinnen zu verzichten.

Kein Arztdiplom erforderlich

Dieser Leitfaden richtet sich an J+S-Leiterinnen und -Leiter, Trainerinnen und Trainer von Vereinen sowie an alle Personen, die Frauen und Mädchen ab 10 bis 12 Jahren begleiten. Medizinisches Fachwissen ist nicht notwendig. Alles wird einfach erklärt – mit direkt anwendbaren Empfehlungen.

Der erste Teil «Den Zyklus verstehen» enthält die Grundlagen: Wie funktioniert der Menstruationszyklus, welches sind die verschiedenen Phasen und welche Symptome sind zu beobachten? Der zweite Teil, «Zyklus und Training», zeigt konkret, wie hormonelle Schwankungen die sportliche Leistungsfähigkeit beeinflussen – damit Sie wissen, wann Sie womit rechnen können. Der dritte Teil «Good Practice» leitet Sie bei der Umsetzung an: Wie soll das Thema mit den Sportlerinnen angesprochen werden und wie können die Trainings anhand von vier realen Situationen konkret angepasst werden? Das Ziel: das Tabu brechen, den Dialog fördern und einen personalisierten Ansatz entwickeln, der jeder Sportlerin ermöglicht, Leistung zu erbringen und gleichzeitig ihre Gesundheit zu schützen.

Für eine längerfristige Vertiefung der Thematik ergänzt der Lernbaustein «Frauenspezifische Trainingsplanung» dieses Dossier auf wertvolle Weise.

Links

Literatur

Impressum

  • Herausgeber: Bundesamt für Sport, BASPO, 2532 Magglingen
  • Autorinnen:
    • Amélie Bertschy, MSc in Sportwissenschaften und Physiotherapeutin, Autorin der Masterarbeit «Menstrual cycle monitoring on eumenorrheic endurance athlete»
    • Lea Cermusoni, Verantwortliche Förderung von Mädchen und jungen Frauen im Sport, Jugend+Sport, BASPO
    • Ewa Haldemann, Laufbahnberaterin und Projektleiterin von «Frau und Spitzensport», Swiss Olympic
  • Redaktion: Raphael Donzel, Helen Krause, mobilesport.ch
  • Übersetzung: Sprachdienst, BASPO
  • Fotos: Charlène Mamie, BASPO
  • Illustrationen: Debora Wüthrich, BASPO
  • Layout: Franziska Küffer, BASPO