Über Teamwork zum Star

Pädagogische Überlegungen

Pädagogische Überlegungen bei «Über Teamwork zum Star» sind entscheidend, um eine positive Lernumgebung zu schaffen, in welcher die persönliche Entwicklung der Lernenden gefördert werden kann. In diesem Prozess können auftretende Spannungsfelder, verschiedene Rollen in der Gruppe und überfachliche Kompetenzen in Bezug zu den beruflichen Qualifikationen wahrgenommen und thematisiert werden.

Über Teamwork zum Erfolg: Pädagogische Überlegungen

Spannungsfelder

Während den Teamwork-Spielen können je nach Neigung oder Leistung der Lernenden und der Auswahl der Spiele unterschiedliche Spannungsfelder auftreten und fokussiert werden. Die Auseinandersetzung mit diesen Spannungsfeldern erfordert ein bewusstes pädagogisches Vorgehen, das die unterschiedlichen Bedürfnisse und Entwicklungsbereiche der Lernenden berücksichtigt. Das Spielformat sollte Raum für Flexibilität bieten, um eine ganzheitliche Entwicklung der Lernenden zu ermöglichen.

  • Wettkampf – Spiel: Während im Wettkampf die Betonung auf Wettbewerb, Sieg und individueller Leistung liegt, fokussiert das Spiel auf Spass, Zusammenarbeit und Entwicklung von Fähigkeiten. Hier geht es um die Ausbalancierung der Anforderungen des Lehrplans.
  • Sicherheit – Risiko: Die Herausforderung besteht darin, Spiele zu wählen, die sowohl die physische und emotionale Sicherheit der Lernenden gewährleisten als auch Raum für Herausforderungen, Risikobereitschaft und individuelle Entwicklung bieten (persönliches Wachstum).
  • Kooperation – Wettkampf: Die Auswahl von Spielen erfordert eine Balance zwischen Elementen der Zusammenarbeit (Teamarbeit) und wettkampforientierten Aspekten (individuelle Leistung, Wettbewerb). Auch hier steht die Sicherheit der Lernenden im Fokus.
  • Taktischer Spielraum – Vorgaben: Es geht um das Ermöglichen von kreativen und individuellen Ansätzen im Spannungsfeld zu den Vorgaben bestimmter Regeln und Richtlinien. Dabei müssen die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Taktikideen der Lernenden zum Tragen kommen.
  • Rollen Lehrperson – Lernende:  Während die Lehrperson klare Anleitungen gibt, Unterstützung bietet und die Lernenden bei ihrem Tun beobachtet, sind diese zu einer aktiven Beteiligung, zur Übernahme von Verantwortung und zu Anpassungsfähigkeit aufgefordert. Die individuellen Präferenzen und Fähigkeiten der Lehrperson und der Lernenden müssen in Einklang gebracht werden.
  • Gleiche Teams – Wechselnde Teams:  Bei gleichbleibenden Teams liegt der Fokus auf Teamdynamik und -entwicklung, in wechselnden auf Anpassungsfähigkeit und Integration in unterschiedliche Gruppen. Es geht darum, sich der Gruppendynamik bewusst zu werden und einzuordnen, wie die Gruppenzusammensetzung Interaktion und Leistung beeinflusst.
  • Fairplay (Regeln einhalten) – Grenzen zum Schummeln: Hier geht es darum, ein Verständnis für die Prinzipien des Fairplays (Ethik, Respekt und Fairness) zu entwickeln und gleichzeitig die eigenen Grenzen und Regeln zu kennen und einzuhalten resp. sie auszuloten und zu überschreiten (schummeln). 
  • Teamwork – Einzelarbeit: Während im Team gemeinsame Ziele in Zusammenarbeit erreicht werden, liegt in der Einzelarbeit der Fokus auf individueller Leistung und Autonomie. Es geht darum, die Bedeutung von sowohl individuellen als auch teamorientierten Strategien zu verstehen und Taktiken zu nutzen.

Rollen im Team

Jede Person verhält sich in einer Gruppe auf Grund seines Charakters, seiner Erfahrungen und seinen Fähigkeiten. Dadurch können sich in einem Team verschiedene Rollen entwickeln, welche die Dynamik und Interaktion beeinflussen. Bei «Über Teamwork zum Star» und der Auseinandersetzung der Lernenden mit der Spielaufgabe und dem eigenen Team werden diese Rollen gut sichtbar. So sind das Alphatier, der Mitläufer, der Clown oder auch der Querulant, der Macher oder der Motivator sofort erkennbar. Daraus können interessante Erkenntnisse für die Persönlichkeitsentwicklung der Lernenden gezogen werden.

Diese Rollen sind nicht statisch und können sich in neuen Team-Konstellationen und je nach Aufgabenstellungen ändern. Effektives Teamwork erfordert oft ein Bewusstsein für diese Rollen, um die Stärken jedes Teammitglieds optimal zu nutzen und um gleichzeitig deren Schwächen zu minimieren, damit die Spiele und Herausforderungen erfolgreich gemeistert werden können. Um eine vielfältige, produktive und erfolgreiche Zusammenarbeit zu gewährleisten ist eine ausgewogene Mischung aus den verschiedenen Rollen entscheidend.

Praxistipp

Folgende Umsetzungsmöglichkeit hat sich in der Praxis bewährt und hilft, die verschiedenen Rollen konkret zu thematisieren und sichtbar zu machen:

  • Nach einem oder mehreren Spielen Blätter mit den unterschiedlichen Rollentypen (z.B. Chef/-in, Motivator/-in, Mitläufer/-in usw.) im Kreis auf den Boden legen. Die Lernenden müssen sich zu einer Rolle bekennen und sich zu ihr hinstellen.
  • Danach Fragen nach Empfindlichkeiten, Wohlbefinden, Passung stellen. Die Lernenden können sich (auch untereinander) dazu äussern und sich erklären.

Überfachliche Kompetenzen in Bezug auf die beruflichen Qualifizierungen

In der persönlichen und beruflichen Entwicklung der Lernenden spielen überfachliche Kompetenzen eine entscheidende Rolle und können im Spielformat «Über Teamwork zum Star» sichtbar gemacht und in Bezug zur Berufswelt gesetzt werden. Das Fördern dieser überfachlichen Kompetenzen ist nicht nur für die persönliche Entwicklung, sondern auch für den Erfolg von Teams und Lernbetrieben wichtig. Diese schätzen Mitarbeitende, die nebst fachlichen Qualifikationen auch über starke soziale und emotionale Kompetenzen verfügen, die zu einem positiven und produktiven Arbeitsumfeld beitragen.

  • Umgang mit Regeln: Die Fähigkeit, bestehende Regeln zu verstehen, zu respektieren und einzuhalten. Im beruflichen Kontext sind Regeln und Normen oft wichtig für den reibungslosen Ablauf von Arbeitsprozessen und die Sicherheit. Mitarbeitende, welche die Fähigkeit zum respektvollen Umgang mit Regeln besitzen, tragen zur Effizienz und Sicherheit am Arbeitsplatz bei.
  • Soziales Lernen: Die Fähigkeit, durch Interaktion mit anderen zu lernen und soziale Fertigkeiten zu entwickeln. Soziales Lernen fördert die Kollaboration und die Kooperation. Mitarbeitende, die gut mit anderen kommunizieren können, tragen zur positiven Arbeitsatmosphäre und effektiven Gruppenarbeit bei.
  • Emotionen (Sieg; Niederlage): Die Fähigkeit, mit Siegen und Niederlagen umzugehen, Emotionen zu regulieren und konstruktiv zu reagieren. Im beruflichen Umfeld können Projekte Erfolge und Misserfolge mit sich bringen. Die Fähigkeit, mit diesen Emotionen umzugehen, fördert die Resilienz und Anpassungsfähigkeit der Mitarbeitenden.
  • Teamfähigkeit: Die Fähigkeit, effektiv in einer Gruppe zu arbeiten, Ideen zu teilen und Konflikte konstruktiv zu lösen. Teamfähigkeit ist in vielen beruflichen Bereichen entscheidend. Projekte erfordern oft die Zusammenarbeit verschiedener Fachkräfte, und Teamarbeit trägt zur Effizienz und Qualität der Arbeit bei.
  • Vertrauen: Die Bereitschaft, auf die Zuverlässigkeit und Integrität anderer zu vertrauen. Vertrauen ist grundlegend für die Zusammenarbeit im Team. Mitarbeitende, die Vertrauen aufbauen können, fördern ein positives Arbeitsumfeld und tragen zur Schaffung einer verlässlichen Arbeitskultur bei.
  • Sich aufeinander ein- und verlassen können: Die Gewissheit, dass Teammitglieder ihre Aufgaben zuverlässig erledigen und die Gruppe unterstützen. In der beruflichen Umgebung ist die Fähigkeit, sich aufeinander verlassen zu können, entscheidend. Dies trägt zur Effizienz von Arbeitsprozessen und zum Erreichen gemeinsamer Ziele bei.