Erwachsenensport esa – Fachausbildung Running

Sicherheit in Lauftrainings

Running ist eine vergleichsweise sichere Sportart. Trotzdem gibt es einige Risiken, die durch eine gute Vorbereitung und Durchführung minimiert werden können.

Die grössten Risiken im Running sind

  • Verletzungen durch Stürze
  • Kreislauf-Probleme
  • Zusammenstösse mit Dritten (insb. Fahrzeuge und Objekte)

Es gilt, diese Risiken mit geeignetem Leiterverhalten sowohl in der Vorbereitung als auch in der Durchführung zu minimieren.


Handlungsempfehlungen

Ziel ist ein unfallfreies Training

Zu den Zielen eines Kurses oder eines Lauflagers gehört auch die „unfallfreie Veranstaltung“. Dieses Ziel ist im Erwachsenensport wichtiger als die leistungsorientierten Ziele.

Vor Beginn des Trainings auf Gefahren hinweisen

Zu Beginn des Lauftrainings (beim Vorstellen des Programms und der Route) muss auf spezifische Gefahren der bevorstehenden Laufstrecke hingewiesen werden: Überquerung einer vielbefahrenen Strasse, rutschige Stellen, unbeleuchtete Abschnitte, etc.

Anpassung an die Fähigkeiten der Teilnehmenden

Das Lauftraining muss den Fähigkeiten und dem Gesundheitszustand der Teilnehmer/-innen angepasst werden. Dies betrifft nicht nur die gewählte Geschwindigkeit und die Dauer des Lauftrainings, sondern auch:

  • Steilheit der An- und Abstiege
  • Art des Untergrunds der Laufstrecke (befestigte Wege, unebene Wege, Wurzelwege, Schnee, etc.)
  • Komplexität und Verletzungsrisiken bei Lauftechnikübungen

Die Trainingsleiterin oder der Trainingsleiter entscheidet, ob ein Training stattfindet oder nicht

Die Trainingsleiterin/ der Trainingsleiter entscheidet, ob und wie ein Training durchgeführt wird. Kritische Witterungsverhältnisse (Eisglätte im Winter, Gefahr durch herabstürzende Äste bei einem Sommergewitter) erfordern geeignete Massnahmen durch die Trainingsleiterin/ der Trainingsleiter. Diese können sein:

  • Absage des Trainings (auch wenn die Teilnehmenden bereits startbereit sind).
  • Verschieben des Trainingsstarts, bis der Gewittersturm vorüber ist.
  • Verkürzen des Trainings, damit die Laufgruppe vor Sturmbeginn zurück ist.
  • Ändern der Route (z.B. eine Strecke wählen, die über Naturwege führt und nicht glatteisgefährdet ist).

Die Leiterin/ der Leiter kann Teilnehmende vom Training ausschliessen

Die Leiterin/ der Leiter darf Teilnehmer/-innen vom Training ausschliessen, wenn sie aufgrund der schlechten Ausrüstung oder des gesundheitlichen Zustandes davon ausgehen muss, dass sich diese Teilnehmer/-innen einer erhöhten Verletzungsgefahr aussetzen. Um diese Teilnehmer/-innen nicht zu demotivieren, soll die Trainingsleiterin/ der Trainingsleiter diesen Läufer/-innen Vorschläge mit auf den Weg gegeben, wie sie nächstes Mal am Training teilnehmen können. Zum Beispiel:

  • Vorgängiges Auskurieren der starken Erkältung
  • ärztliche Abklärung, ob Lauftraining mit den vorhandenen Kniebeschwerden erlaubt und sinnvoll ist
  • Kauf von geeigneten Laufschuhen

Abmelden bei der Leiterin/ dem Leiter

Teilnehmer/-innen, welche die Laufgruppe vor Ende des Trainings verlassen, sollen sich bei der Leiterin/ dem Leiter abmelden. Auch Teilnehmer/-innen, die das Tempo der Gruppe nicht mehr mithalten können, sollen frühzeitig auf sich aufmerksam machen. Denn gerade bei grösseren Gruppen und bei Dunkelheit ist es für die Leiterin/ den Leiter nicht sofort erkennbar, wenn er eine/n Teilnehmer/-innen verliert. Am Ende des Trainings bleibt sonst eine Unsicherheit, ob den verlorenen Teilnehmer/-innen etwas zugestossen ist. Idealerweise werden grössere Laufgruppen oder Trainingseinheiten in der Dunkelheit von zwei Leiter/-innen begleitet: jemand läuft zuvorderst und jemand bilden den Schluss der Gruppe.

Besuch eines Nothelferkurses und eines BLS-AED-Kurses

Alle esa-Laufleiter/-innen sollten einen BLS-AED-Kurs (für die richtige Reaktion bei einem plötzlichen Herzstillstand) und einen Nothelferkurs (für die richtige Reaktion bei Sportverletzungen und Bewusstlosigkeit) besuchen.

Notfallszenarien durchspielen

Jede Laufgruppe sollte sich ein Notfallkonzept zulegen, welches die Abläufe bei Unfällen genau regelt. Geeignete Notfallszenarien (Alarmierung, erste Hilfe) sollten regelmässig mit dem Leiterteam oder mit der Laufgruppe durchgespielt werden.

Gesundheitsfragebogen

Zu Beginn eines Laufangebots empfiehlt sich die Abgabe eines Gesundheitsfragebogens.

Zecken-Impfung und -Kontrolle

In der Schweiz überträgt die Zecke hauptsächlich zwei verschiedene Krankheiten

  • Die Lyme-Borreliose ist eine Erkrankung, die mehrere Organe befallen kann (Haut, Gelenke, Nerven, Hirnhaut, Rückenmark, Gehirn, Herz, Augen). Gegen die Lyme Borreliose gibt es keinen Impfstoff. Sofern die Lyme Borreliose früh erkannt wird, kann sie mit Medikamenten gut behandelt werden.
  • Das FSME-Virus kann zur Zeckenenzephalitis (Enzephalitis = Gehirnentzündung) führen. Gegen das FSME-Virus existiert ein Impfstoff.

Die Trainingsleiter/-innen sollen die Teilnehmer/-innen darauf hinweisen, dass man sich gegen FSME impfen kann und dass man sich nach Trainingseinheiten im Wald den Körper nach Zeckenstichen absuchen soll.


Sicherheitsausrüstung

Je nach Art, Zeitpunkt, Dauer und Ort des Lauftrainings empfiehlt sich für die Trainingsleiterin/ den Trainingsleiter die Mitnahme folgender Sicherheitsausrüstung:

Beleuchtung

  • Reflektierende Kleidung
  • Stirnlampe
  • Leuchtendes Armband

Alarmierung und erste Hilfe

  • Mobiltelefon (mit gespeicherten Notruf-Apps)
  • Notfall-Apotheke
  • Rettungsdecke

Verpflegung

  • Wasser
  • Traubenzucker