Lauftechnik 2
Laufschulübungen werden im Running eingesetzt, um die Lauftechnik gezielt zu verbessern. Sie helfen dabei, Bewegungsabläufe zu optimieren, den Laufstil ökonomischer zu gestalten und typische Fehler zu korrigieren.

Hier findest du eine Sammlung an klassischen Laufübungen.
Fussgelenksarbeit
Wie: Traben mit ganz kleinen Schritten und hoher Frequenz aus dem Fussgelenk heraus. Die Fussspitze hebt möglichst
wenig vom Boden ab, während das Knie des Standbeins gestreckt bleibt.
Ziel: Abbremsen der Landebewegung, kräftige Abstossphase.
Anfersen hinten
Wie: Ferse leicht trabend in Richtung Gesäss hochziehen, ohne dass der Oberschenkel seine senkrechte Position in Richtung Boden verlässt.
Ziel: Erhöhung Bewegungsumfang, stabiler Rumpf (kein Hohlkreuz).
Knieheben (Skipping)
Wie: Das Knie wird jeweils abwechselnd bis max. in die Horizontale angehoben. Oberkörper bleibt aufrecht.
Ziel: Stabiler Rumpf (kein Hohlkreuz oder Rundrücken), übermässige Beckenkippung zur Seite vermeiden bzw. gezielte Aktivierung der kleinen Gesässmuskulatur (Abduktoren) zum Zeitpunkt des Fussaufsatzes, Fussaufsatz unter dem Körperschwerpunkt.
Variante: Pylonen in regelmässigem Abstand zwingen zu einer Korrekten Übungsausführung und einem genügenden Kniehub.
Skipping tief
Wie: Mittlerer Kniehub, aktives Aufsetzen des Ballens Richtung Körperschwerpunkt. Streckung in Bein- und
Hüftgelenk.
Variante: An Ort ausführen.
Ziel: Kräftiger Fussabdruck, kräftige Abstossphase, Frequenz.
Zuglauf (Stelzenlauf)
Wie: Bein mit gestrecktem Bein betont zurückziehen. Aktiver Fuss.
Ziel: Fussaufsatz unter dem Körper, kurzer aktiver Bodenkontakt, kräftige Durchzugphase.
Hopserhüpfen
Wie: Streckung in Bein- und Hüftgelenk. Aktives Aufsetzen des Fusses in Vorderstütz Richtung Körperschwerpunkt.
Ziel: Kräftiger Fussabdruck und Verbesserung der Ganzkörperstreckung, Schulung der Sprungkoordination.
Anfersen und Knieheben im Wechsel
Wie: Anfersen und Knieheben im Wechsel mit oder ohne Zwischenschritt, versch. Rhythmen.
Ziel: Rumpfstabilität, aufgerichtete Hüfte sowohl bei Anfersen wie im Kniehub.
Koordinationsläufe
Wie: Nach den Technikübungen sollen kurze, aber mit höchster Konzentration ausgeführte Koordinationsläufe durchgeführt werden. Das sind Läufe über eine kurze Distanz in zügigem bis schnellem Tempo mit Fokus auf die Elemente Anfersen, Kniehhub, Fussaufsatz und Armarbeit.
Ziel: Umsetzen der Teilaspekte in die ganzheitliche Laufbewegung.
Laufsprünge
Gehören eigentlich ins Kapitel Kraft. Es geht primär um eine Kräftigungsübung, welche aber in der Endform der Laufbewegung ausgeführt wird. Diese Übungen werden für den allgemeinen Breitensportler nicht empfohlen und sind ambitionierten Wettkampf-und Spitzensportlern vorbehalten. Insbesondere bedarf es einer stabilen Beinachse.
Hier findest du eine Sammlung an Gegensatzübungen
Blick nach vorne – Blick vor die Füsse
Wie: Die Teilnehmer/-innen laufen frei umher und auf Kommando wird der Fokus des Blicks nach vorne oder direkt vor die Füsse gewechselt.
Ziel: Sensibilisierung, dass sich durch den Blick die Kopfhaltung und somit die
ganze Körperhaltung verändert.
Hinweis: Unterschiedlicher Untergrund verändert das Blickverhalten (z.B. Wurzelwege).
Hohlkreuz – Rundrücken
Wie: Die Teilnehmer/-innen laufen frei umher und auf Kommando wird in extremem Hohlkreuz bzw. Rundrücken gelaufen. Zum Abschluss in individueller «Normalstellung» laufen.
Ziel: Sensibilisierung bzgl. der Becken- und Oberkörperstellung, evtl. Feststellen von Fehlhaltungen.
Kurze schnelle Schritte vs. lange langsame Schritte
Wie: Die Teilnehmer/-innen laufen frei umher und auf Kommando werden kurze bzw. lange Schritte ausgeführt.
Ziel: Variabilität in der Schrittlänge fördern, evtl. Sensibilisierung, dass langer Schritt eher zu Stemmschritt führt.
Leises vs. lautes Laufen
Wie: Die Teilnehmer/-innen laufen frei umher und auf Kommando soll möglichst leise bzw. möglichst laut gelaufen werden.
Ziel: Bewusst werden, dass beim lauten, platschenden Laufen die Energie mehr in den Boden gestampft als für die Vorwärtsbewegung gebraucht wird.
Hier findest du eine Sammlung an weiteren Übungen
Metronom-Läufe
Wie: Die/der Leiter/-in läuft mit einem Metronom (App auf Smartphone) und steigert
stufenweise die Schläge.
Ziel: Läufer/-in kann unterschiedliche Frequenzen laufen und kennt seine «Standardfrequenz».
Varianten: Immer eine gleich lange Strecke in der gleichen Zeit mit unterschiedlichen Frequenzen laufen. Oder umgekehrt: gleiche Frequenz und dieselbe Strecke mit mehr oder weniger Schritten ausführen (=Verkürzung bzw. Verlängerung des Schrittes).
Nastüechli in Hand
Wie: Einen Gegenstand, der eine lockere Fingerhaltung zulässt (Nastüechli, Ei, Tannzapfen) in die Hand nehmen, Daumen auf den Zeigefinger legen.
Ziel: Verkrampfte Fausthaltung vermeiden.

Rhythmusschulung mit Hütchen
Wie: Mit Hütchen in regelmässigen oder unregelmässigen Abständen kann der Laufrhythmus (Frequenz und Schrittlänge) gezwungenermassen verändert werden.
Ziel: Läufer/-innen zwingen, unterschiedliche Schrittlängen und Frequenzen zu laufen. Das Eine verändert das Andere.

Seitliches Hüpfen
Wie: Seitlich hüpfen, in dem das hintere Bein nach dem Sprung des vorderen Beines nachgezogen wird.
Ziel: Belastung anderer Muskulatur, Kräftigung Fussmuskulatur.
Steigerungsläufe
Wie: Das Tempo wird von langsam bis fast zum Sprinttempo über eine Strecke von ca. 100m gesteigert, locker auslaufen lassen.
Ziel: Umsetzen der Teilbewegungen in eine flüssige Gesamtbewegung am Ende von Laufschulübungen oder auch am Ende von Dauerläufen. Optimierung der Steuerungs- und Rhythmusprozesse.
Videoanalyse

Lernen mit Bildern ist im Sport eine geeignete Methode, um das Bewegungslernen der Teilnehmer/-innen anzuregen. Videoaufnahmen mit anschliessender verlangsamter Wiedergabe erlauben den Leiter/-innen eine detaillierte Analyse der Lauftechnik ihrer Teilnehmer/-innen. Zudem können die Läufer/-innen ihren eigenen Laufstil anschauen.
Organisation Laufweg

Tipps Aufnahme
- Organisation: Laufweg als Dreieck, als T oder als 7 organisieren.
- Bekleidung: T-Shirt in der Hose, damit die Hüftbewegungen gut sichtbar sind. T-Shirt und Hose sollten nicht die gleiche Farbe haben. Eine eng anliegende Tight ist von Vorteil für die Betrachtung der Beinachsenstabilität.
- Schuhe: Die Schuhe haben einen grossen Einfluss auf die Analyse der Landephase. Vor dem entsprechenden Training darauf aufmerksam machen, dass die Teilnehmer den Schuh mitnehmen sollen, in dem sie analysiert werden wollen.
- Laufgeschwindigkeit: Grundsätzlich ist das zu analysierende Lauftempo zu wählen. Ein zügiges Dauerlauftempo macht oftmals am meisten Sinn. In einem sehr langsamen Tempo fehlt die Körperspannung und Dynamik. In sehr hohen Tempi verschlechtert sich die Koordination.
Tipps Kameraperspektive

Aufnahme von hinten
- Kamera wird auf den Fussaufsatz (Pronotation) gerichtet.
- Fokus: Hüftstabilität

Aufnahme von der Seite
- Fokus: «Läuferdreieck» = Schrittlänge bzw. Fussaufsatzes, der Rumpfstabilität Hohlkreuz) und der Körperhaltung bzw. Blickrichtung

Aufnahme von vorne
- Fokus: Armarbeit vor dem Körper (Überkreuzen) und Beinachsenstabilität

















