Skispringen

Material und Pflege

Die Materialkomponenten und dessen Pflege sind im Skispringen zentral für einen guten Lernerfolg und ein sicheres Springen mit jungen Skispringerinnen und Skispringern. Passe das Material parallel zur Entwicklung ihrer Sprungtechnik an. Im folgenden Beitrag erfährst du, worauf du beim Material und dessen Pflege achten musst.

Ski

Die Skisprungski sind die Flügel der Skispringer und Skispringerinnen. Sie sind breiter und länger als Alpinski, haben keine Eisenkanten, dafür mehrere Rillen im Belag. Sie dienen zur Beschleunigung in der Anfahrt und als unterstützendes Gerät in der Luft.

Im Jugendalter sollte der Fokus klar auf dem Erlernen einer sauberen und harmonischen Sprungtechnik liegen. Bei kleinen Kindern auf Stufe Foundation sind kürzere Ski zwischen 130% und 134% der Körpergrösse einfacher zu handhaben und erleichtern die Drehung in die Flugposition. Gleichzeitig bieten sie weniger Fläche und verlangen deshalb eine saubere Skiführung sowie eine aktive Fussgelenk- und Beinstreckung. Dadurch lernen die Kinder von Anfang an eine stabile Ski-Körper-Position und den «oberen Weg», ohne sich zu stark auf den Ski zu stützen. Mit zunehmender technischer Sicherheit und Erfahrung können die Ski schrittweise länger gewählt werden, um mehr Stabilität und weitere Sprünge zu ermöglichen.

Bestimmungen für die Längen der Sprungski

Gemäss «Reglement zur Durchführung der Helvetia Nordic Trophy Skispringen / Nordischen Kombination» (pdf) richten sich die zulässigen Skilängen für alle U Kategorien nach der Youth Cup Reglement. Dabei dürfen die Sprungski maximal 140% der Körpergrösse messen. Für Athleten, welche international auf Stufe FESA Games Y2 und höher sowie an nationalen Elite-Meisterschaften eingesetzt werden, gelten die aktuellen Spezifikationen für Wettkampfausrüstung des Internationalen Skiverbands FIS.

Empfehlung Kategorie U13/U16

Diese Vorgabe dient als Orientierung, berücksichtigt jedoch nicht immer die individuelle körperliche Entwicklung der Kinder. Für die Kategorien U13/U16 empfehlen wir deshalb, die Skilänge grundsätzlich in einem Bereich zwischen 136% und 140% der Körpergrösse zu wählen.

Empfehlung Kategorie U16 mit Potenzial für internationale Wettkämpfe

  1. Für Athleten im letzten Jahr der Kategorie U16 mit Potenzial für eine Teilnahme an den FESA Games Y2 und höher ist die anzuwendende Regelung zwischen Youth Cup oder FIS-Reglement idealerweise vor der Saison gemeinsam mit den Athleten festzulegen.
  2. 136% Regel: Für leichte Athleten.innen der Kategorie U16 empfehlen wir als maximale Verkürzung 136% Skilänge. Diese Massnahme dient der sportlichen Entwicklung und wird bei Beschickung internationaler Bewerbe ab FESA Games Y2 berücksichtigt!

Gut zu wissen

Durch die technische und materielle Entwicklung wird international kaum mehr die maximale Skilänge gesprungen. Elite- und Mastery-Athletinnen und -Athleten bewegen sich heute im Durchschnitt eher im Bereich von rund 138% der Körpergrösse.


Pflege

Wichtig ist die regelmässige und richtige Pflege der Skisprungski. Die Kinder und Jugendlichen sollen dies schrittweise schon früh selbständig übernehmen. Hier siehst du eine Anleitung für die Skipräparation und das Wachsen der Ski von Björn Schneider, sowohl für den Winter als auch für den Sommer, was etwas einfacher ist.

Präparation – Winter

Präparation – Sommer


Bindung

Foto einer LL-Bindung

Die Bindung gehört zu den wichtigsten Sicherheitskomponenten im Skispringen und verlangt eine regelmässige Kontrolle sowie Pflege. Im Jugendalter sollte das Bindungssetup möglichst neutral bleiben, damit sich die Athletinnen und Athleten optimal körperlich und technisch entwickeln können. Auf den Stufen Foundation und Talent steht das Erlernen einer stabilen, symmetrischen und sauberen Flugposition im Vordergrund. Ein einfaches und neutrales Setup schafft dafür die besten Voraussetzungen.

Im Bindungsvorderteil wird der Schuh fixiert und muss korrekt geschlossen sein. Der Bindungskeil unterstützt eine optimale Anfahrtsposition. Über Stab oder Band wird die Distanz zwischen Schuh und Keil eingestellt, wobei der «Tökel» korrekt eingehakt sein muss. Löst sich dieser während des Sprungs, sorgt ein Sicherheitsbändel dafür, dass der Ski verbunden bleibt. Im Kinderbereich empfehlen sich magnetische Sicherheitsbändel, damit sich der Ski bei einem Sturz leichter vom Fuss lösen kann. Feste Sicherheitsbändel benötigen dafür deutlich mehr Krafteinwirkung.

Hier im Video von Björn Schneider erfährst du von einem Profi, auf was du bei der Bindungsmontage achten musst:

Montage Schritt für Schritt zusammengefasst

  1. Vorderski vermessen
  2. Bindungsplatte positionieren, 4.1-mm-Löcher bohren gemäss Aussparung in Platte (unbedingt Bindungsbohrer benutzen)
  3. Bindungsplatte anschrauben
  4. Schuh mit Bindungskopf in Platte anschrauben
  5. Anhand der Schuhgrösse den Fersenkeil positionieren und anzeichnen, Keil festschrauben
  6. Schlusskontrolle

Empfehlungen bis Kategorie U16

  • Gerade Stäbe und gerade Clips
  • Montage parallel und symmetrisch
  • Keine Modifikation der Bindung

Empfehlung Kategorie U16 mit Potenzial für internationale Wettkämpfe

Für Athleten im letzten Jahr der Kategorie U16 mit Potenzial für eine Teilnahme an den FESA Games Y2 und höher ist die anzuwendende Regelung zwischen Youth Cup oder FIS-Reglement idealerweise vor der Saison gemeinsam mit den Athleten festzulegen.

Gut zu wissen

  • Kürzerer Stab = schnellerer Kontakt zum Ski in der 1. Flugphase (schnelle Rückmeldung)
  • Längerer Stab = späterer Kontakt zum Ski in der 1. Flugphase (späte Rückmeldung)
  • Gebogene Stab = flachere Ski-Position nach dem Schanzentisch, ballonartige Form, gleichzeitig mehr Druck und stärkere Führung des Skis nach aussen.

Tipps und Pflege

  • Bindungen nach Gebrauchsanweisung der Hersteller montieren. Zu viele Bohrlöcher vermeiden!
  • Transport der Ski mit Skiband um Bindung
  • Vor jedem Sprung überprüfen: Bindungskopf ist richtig zu und Töckel eingehackt
  • 2x/Jahr Bindungsvorderteil reinigen und schmieren
  • Freiraum Sicherheitsband in maximale Position: ca. 0.5cm
  • Für die Bindungsmontage Pozidriv-Schraubenzieher verwenden (siehe Bild)
Für die Bindungsmontage Pozidriv-Schraubenzieher verwenden (siehe Bild)

Schuh

Sprungschuhe sind Spezialanfertigungen. Sie stellen die Verbindung Mensch-Ski her und übertragen Bewegungen des Fusses auf die Skier. Die Innenschuhgrösse darf laut FIS Reglement die Fussgrösse um maximal 2 cm überschreiten. Für Kinder und Jugendliche auf der Stufe Foundation empfehlen wir keine Wadenkeile einzusetzen.

Empfehlungen bis Kategorie U16

  • Symmetrische Schuhe
  • Model Rass oder Hopp Standard, Jump One oder Eagle One
  • Leiste: flach

Empfehlung Kategorie U16 mit Potenzial für internationale Wettkämpfe

Für Athleten im letzten Jahr der Kategorie U16 mit Potenzial für eine Teilnahme an den FESA Games Y2 und höher ist die anzuwendende Regelung zwischen Youth Cup oder FIS-Reglement idealerweise vor der Saison gemeinsam mit den Athleten festzulegen.

Gut zu wissen

Die Schnürhöhe beeinflusst die Bewegungsfreiheit im Sprunggelenk:

  • tiefer = mehr Bewegungsfreiheit im Unterschenkel und ein tieferer Winkel im Fussgelenk möglich
  • höher = weniger Bewegungsfreiheit und ein eingeschränkterer Winkel im Fussgelenk
Foto von Langlaufschuhen

Tipps und Pflege

  • Sorgfältiger Umgang mit dem Schuh
  • Klettband kann gut mit kleinem Schraubkarabiner geflickt werden
  • Sohle mit Schuhkleber fixieren, falls er sich ablöst
  • Schuhbändel binden zum Lagern, damit er stabil bleibt
  • Nach Training auslüften

Schuhkeile

Schuhkeile können Athletinnen und Athleten mit stabiler Absprungtechnik insbesondere bei der Skiaufnahme unterstützen. Langfristig ist es jedoch sinnvoller, zuerst die körperliche und technische Entwicklung in den Vordergrund zu stellen. Eine saubere Technik und ein stabiler Absprung schaffen die besten Voraussetzungen, bevor Schuhkeile gezielt eingesetzt werden.

Empfehlung bis Kategorie U16

  • Nicht verwenden

Gut zu wissen

  • Die Verwendung von Schuhkeilen ist nur für Springer mit stabiler Absprungtechnik sinnvoll. Der Schuhkeil unterstützt dabei die Skiaufnahme.
  • Sie lassen wenig Fehlertoleranz zu.
  • Einstieg: Softkeile (1.5cm, 2.5cm)

Anzug

Der Sprunganzug ist ein Fluggerät. Er soll in der Anfahrt und in der Luft einen geringen Luftwiderstand aufweisen. Die Materialbeschaffenheit soll Stabilität und gute Flugeigenschaften bringen. Material, Gewicht, Elastizität, Luftdurchlässigkeit und Struktur des Stoffes sowie der Schnitt müssen den Richtlinien der FIS entsprechen. Damit die Bewegungsfreiheit gewährleistet ist, muss der Anzug der Grösse des Springers, der Springerin optimal angepasst werden.

Empfehlung bis Kategorie U16

  • Körpergerechter Schnitt
  • Maximal 6 cm Übermass an jeder Körperstelle
  • Kein übergrosser Schritt
  • Maximale Stoffdicke 6 mm

Empfehlung Kategorie U16 mit Potenzial für internationale Wettkämpfe

  • Für Athleten im letzten Jahr der Kategorie U16 mit Potenzial für eine Teilnahme an den FESA Games Y2 und höher ist die anzuwendende Regelung zwischen Youth Cup oder FIS-Reglement idealerweise vor der Saison gemeinsam mit den Athleten festzulegen.
  • Termin Body-Scan wahrnehmen

Tipps und Pflege

  • Wichtig ist, dass das Stegband intakt ist, da sonst die Flugeigenschaft und die Sicherheit leiden.
  • Auf Stufe Foundation: Konfektionsgrössen ausreichend
  • Am Bügel: Anzug hängt
  • Transport: Anzug nach hinten falten
  • Anzug bleibt nie im Bus
  • Schonend trocknen und nicht an heissen Heizkörpern aufhängen

Helm

Der Helm muss in passender Grösse und für Wettkämpfe FIS Konform ausgewählt werden.

Brille

Von Vorteil ist ein Brillenglas transparent für Schlechtwetter und in der Nacht (Kategorie 0) sowie ein Brillenglas für Sonnenschein (Kategorie 2). Die Brille muss kompatibel sein zum Helm.

Handschuh

Es gibt spezielle Sprunghandschuhe. Im Sommer und vor allem für Kinder- bzw. Animationsspringen reichen auch Gartenhandschuhe aus dem Baumarkt aus.

Tipps

  • Keine Helme ohne fixe Ohrenkappen!
  • Helmbälndel immer gut geschlossen.