Vertrauen aufbauen und pflegen: Stehaufmännchen
6er-Gruppen bilden. Die Gruppenmitglieder stellen sich Schulter an Schulter auf und bilden einen engen Kreis. Ein Kind oder Jugendliche/r stellt sich in die Mitte und macht sich steif wie ein Brett.
Die-/derjenige in der Kreismitte lässt sich beliebig in eine Richtung fallen. Die anderen fangen das Brett sicher an den Schultern auf und geben der/dem Gefallenen möglichst schnell Sicherheit, indem
sie «Ich halte dich!» rufen. Dann stellen sie das Brett wieder auf. Nun Rollenwechsel, sodass jede und jeder einmal «Stehaufmännchen» sein darf.
Diskutiert gemeinsam das Erlebte nach der Übung. Machen Sie den Kindern und Jugendlichen danach bewusst, dass sie sich gegenseitig in vielerlei Hinsicht vertrauen (können)!
Bemerkung: Für diese Übung braucht es Mut. Führen Sie deshalb das Spiel langsam und sorgfältig ein. Begleiten Sie die Übung, indem Sie verbalisieren, was gerade passiert.
Spielziel: Verlässlichkeit üben, Verantwortung übernehmen, Sicherheitsgefühl aufbauen
Anzahl Teilnehmende: 6+
Alter: 5+
Dauer: 10’ (1’ pro Frage)
Material: evt. Matten
Mögliche Fragen:
- Wie hast du dich beim Fallenlassen gefühlt?
- Wer hatte am Anfang etwas Angst?
- Wann musstest du Verantwortung übernehmen und verlässlich sein?
- In welchen Alltagssituationen könnt ihr euch auf die anderen verlassen und fühlt euch sicher? Wo (noch) nicht?
einfacher
- Die Gruppe steht nah zusammen. Die-/derjenige in der Mitte macht kleine Bewegungen.
- Bildet Gruppen aus Teilnehmenden mit ähnlicher Grösse und ähnlichem Gewicht.
- Bildet 3er-Gruppen. Die-/derjenige in der Mitte lässt sich nur vorwärts oder rückwärts fallen. Die anderen fangen sie/ihn sicher auf und bringen sie/ihn wieder zur Mitte.
schwieriger
- Die-/derjenige in der Mitte hat die Augen geschlossen oder lässt sich in die Richtung fallen, von der sie/er gerufen wird.
- Das «Stehaufmännchen» stets in Bewegung halten und immer weiterreichen.
- Keine Begleitung durch Kommunikation.
- Übung «Rückwärtsfall»: Vom Schwedenkasten fallen lassen.
Impulse
- Das Sicherheitsgefühl der Kinder wächst, wenn sie wissen, dass sie gehalten werden und andere Verantwortung für sie übernehmen.
- Verlässlichkeit erhöht die Chance, dass sich Kinder und Jugendliche auch auf eher riskante Übungen und solche mit ungewissem Ausgang einlassen.
- Die Kinder oder Jugendlichen lernen, Verantwortung abzugeben, für andere zu übernehmen und dass Vertrauen nicht missbraucht werden darf.
- Mit dem Gefühl von Verlässlichkeit und Sicherheit eines Kindes/Jugendlichen ist sorgsam umzugehen, damit das Vertrauen nicht darunter leidet.
- Es verbindet und stärkt das gegenseitige Vertrauen, wenn man seine Angst äussert, die Ängste anderer kennt und respektiert.
- Je mehr die Übung durch Sie angeleitet und begleitet wird, desto mehr Orientierung und Sicherheit erhalten die Kinder und Jugendlichen.
