Vielfalt erleben – Vielfalt leben

Bewegung und Sport mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung 

Bewegung und Sport können wertvolle Begegnungen ermöglichen, das Zugehörigkeitsgefühl stärken und Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung neue Perspektiven eröffnen. Der achte Beitrag der Serie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» zeigt, wie Lehrpersonen und Leitende verschiedener Institutionen, wie Sportvereine, Schulen, Jugendverbände, gemeinnützige Organisationen, Asylzentren sowie Gemeinden niederschwellige Bewegungs- und Sportangebote für und mit jungen Geflüchteten gestalten können: praxisnah, bedürfnisorientiert und mit konkreten Empfehlungen für die Umsetzung.

Autorin: Dr. Jenny Adler Zwahlen (BASPO, Fachstelle Integration und Prävention), mit Unterstützung von Lea Cermusoni (BASPO, Jugend und Sport), Lea Reimann (BASPO, Sportpolitik) sowie das Staatsekretariat für Migration SEM

In der Schweiz leben aktuell (Stand Ende 2025, SEM) über 235’000 Menschen mit Fluchterfahrung, die ihre Heimat verlassen mussten und auf ein menschenwürdiges Leben hoffen. Darunter befinden sich auch zahlreiche Kinder und Jugendliche. Viele Organisationen engagieren sich bereits für diese jungen Menschen mit Bewegungs- und Sportangeboten, u.a. 44% der Schweizer Sportvereine (Bürgi et al., 2023). Gleichzeitig zeigen verschiedene Studien, dass dabei Fragen und Unsicherheiten auftreten – etwa bei der Erreichbarkeit der Zielgruppe, der Gestaltung von Aktivitäten, beim Ressourcenbedarf oder der Zusammenarbeit mit Asylunterkünften (u.a. Nobis et al., 2017; Lehmann, 2000; Tuchel et al., 2021). Genau hier setzt dieser Beitrag an.

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Es gibt verschiedene gravierende Gründe, die Menschen dazu zwingen, ihr Zuhause und ihr Heimatland zu verlassen: Krieg und Gewalt, Verfolgung, Armut oder Naturkatastrophen. Die Risiken, denen diese Menschen ausgesetzt sind, variieren je nach Herkunftsland. Der Fluchtverlauf selbst stellt für die Schutzsuchenden eine grosse körperliche sowie psychische Belastung dar.

Sobald sie einen sicheren Ort gefunden haben, sind sie – neben den Alltagsherausforderungen, die wir alle kennen – mit vielfältigen Problemen und spezifischen Bedürfnissen konfrontiert: Verlust oder Trennung von der Familie und Freund/-innen, Ungewissheit bzgl. eines dauerhaften Aufenthalts, Zurechtfinden in der neuen Umgebung und mit der lokalen Sprache, Leben in separierten Unterkünften, psychische und körperliche Gesundheit, soziale Fürsorge, Einschränkungen bzgl. Mobilität, Arbeit, Bildung und Freizeit (Mehr zum Thema).

Diese Lebensbedingungen können die Möglichkeiten Geflüchteter einschränken, körperlich aktiv zu sein und am organisierten Sport teilzunehmen. Gerade für Kinder und Jugendliche sind Spielen, Bewegung und Sport jedoch besonders wichtig: Sie können neue Energie geben, die körperliche und psychosoziale Entwicklung unterstützen, über Erfolgserlebnisse den Selbstwert stärken und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Gleichaltrigen fördern – auch zu Kindern und Jugendlichen in der lokalen Bevölkerung.

Asylverfahren

Die Teilnahme an Bewegungs- und Sportangeboten für geflüchtete Kinder und Jugendliche hängt von ihren eigenen Voraussetzungen und auch den Möglichkeiten ihrer Eltern ab. Damit dies verständlich wird, lohnt es sich, mehr über das Asylverfahren in der Schweiz zu wissen: Wenn eine Person in der Schweiz Asyl beantragt, untersucht das Staatssekretariat für Migration SEM die Gründe des Antrages im Rahmen eines Asylverfahrens.

Dieses kann für Asylsuchende stressig sein: Sie warten auf eine Entscheidung darüber, ob sie bleiben dürfen oder gehen müssen und leben direkt nach ihrer Ankunft für maximal 140 Tage in Bundesasylzentren. Es gelten klar geregelte Mahl-, Ruhe- und Ausgangszeiten, die zu einem geordneten Alltag beitragen. Übernachten an einem anderen Ort ist nicht erlaubt. Die Asylsuchenden können die Gemeinde oder den Kanton tagsüber mit schriftlicher Ausgangsbewilligung verlassen.

Die für die Betreuung zuständigen Organisationen stellen zudem sicher, dass den Bewohner/-innen Aktivitäten wie Sport- und Sprachkurse angeboten und Beschäftigungsprogramme durchgeführt werden. Die meisten Asylverfahren können innerhalb der ersten 140 Tagen abgeschlossen werden – manchmal kann es aber auch länger dauern. Nach dem Aufenthalt in einem Bundesasylzentrum sind die Kantone für die Unterbringung und Betreuung von Asylsuchenden zuständig.

Gleiches gilt für anerkannte Flüchtlinge, vorläufig aufgenommene Personen, abgewiesene Asylsuchende und Personen mit Schutzstatus S, die einen Entscheid erhalten haben. Diese sind in kantonalen Unterkünften, eigenen Wohnungen, Wohngemeinschaften oder privat untergebracht, wo andere Regeln als in den Bundeszentren gelten. Der jeweilige Aufenthaltsstatus ist mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten verknüpft, z.B. bezogen auf die Bewegungsfreiheit, Integration, Sozialhilfeunterstützung oder Erwerbstätigkeit.


Aufenthaltsstatus

Aufenthaltsbewilligung N

Asylsuchende

Aufenthaltsrecht in der CH für die Dauer des Asylverfahrens (Ausnahmen bewilligungspflichtig), Reiseverbot ins Ausland, Arbeitsverbot in den ersten 3 Monaten (anschliessend in kantonaler Verantwortung)

Aufenthaltsbewilligung B

Positiver Asylentscheid. Person gemäss Genfer Flüchtlingskonvention und Asylgesuch als Flüchtling anerkannt.

Aufenthaltsrecht in der CH, Auslandsreisen (nicht aber ins Herkunftsland) möglich, Recht auf Erwerbstätigkeit

Aufenthaltsbewilligung F

Negativer Asylentscheid. Vorläufige Aufnahme in der CH als Ersatzmassnahme, weil die Rückkehr ins Herkunftsland nicht zulässig, zumutbar oder möglich ist.

Aufenthaltsrecht in der CH, Auslandsreisen nur mit Bewilligung, Recht auf Erwerbstätigkeit

Schutzbedürftige (S-Ausweis)

Berechtigt zum vorübergehenden Aufenthalt in der CH. Status ermöglicht Behörden, bei Massenfluchtsituationen angemessen, schnell und pragmatisch zu reagieren

Aufenthaltsrecht in der CH, Auslandreisen ohne Bewilligung möglich, Recht auf Erwerbstätigkeit

Passendes Angebot finden

Einige von euch bieten bereits Bewegungs- und Sportaktivitäten für geflüchtete Kinder und Jugendliche an bzw. binden sie in eine bestehende Sportgruppe mit ein. Andere beabsichtigen dies vielleicht oder interessieren sich zunächst dafür. Die Möglichkeiten in den jeweiligen Institutionen sind genauso unterschiedlich wie die Lebenssituation von Geflüchteten.

Die folgende Grafik hilft beim Finden eines Angebots, das zu euch passt: Hier sind Bewegungs- und Sportaktivitäten in verschiedene Angebotstypen eingeteilt. Wenn ihr die zwei Fragen «Wer möchte die Aktivität anbieten?» und «Für wen möchten wir die Aktivität anbieten?» beantwortet, leitet euch die Figur zum empfohlenen Typ bzw. zu mehreren Typen.


Wer möchte die Aktivität anbieten (Institution)?

Sportverein/ gemeinnützige OrganisationSchule     Asylzentrum/ kantonale Unterkunft       Gemeinde/ Stadt
Typ 1, 2, 3, 4      Typ 4Typ 1, 2Typ 3, 4

Für wen möchten wir die Aktivität anbieten?

Separate Aktivität für GeflüchteteGemeinsame Aktivität für alle  
Typ 1, 3Typ 2, 4

Typ 1 – Angebot für Geflüchtete

  • Was? Polysportive oder sportartspezifische Aktivität.
  • Wo? Im Asylzentrum, einer kantonalen Unterkunft oder in deren Umfeld.
  • Wer? Ein Sportverein oder eine Organisation.

Typ 2 – Rotierendes Angebot

  • Was? Mehrere Vereine und/oder Organisationen wechseln sich mit der Leitung von polysportiven oder sportartspezifischen Aktivitäten ab.
  • Wo? Im Asylzentrum, einer kantonalen Unterkunft oder in deren Umfeld.
  • Besonderheit: Geeignet als separates Angebot für Geflüchtete oder gemeinsames Angebot für alle

Typ 3 – Eigene Sportgruppe

  • Was? Polysportive oder sportartspezifische Aktivität.
  • Wo? Im Sportverein, einer Organisation oder einer Gemeinde/ Stadt.
  • Besonderheit: Aufbau einer Sportgruppe für Geflüchtete.

Typ 4 – Bestehendes Angebot öffnen

  • Was? Geflüchtete nehmen an polysportiven oder sportartspezifischen Aktivitäten in einer bestehenden Sportgruppe teil.
  • Wo? Im Sportverein, in der Schule oder in der Gemeinde/ Stadt.
  • Besonderheit: Gemeinsames Angebot für alle.
  • Hinweis: Jeder Angebotstyp kann einmalig oder regelmässig umgesetzt werden.

Wenn ihr schon jetzt mehr über die Typen wissen möchtet: Hier geht’s zum Praxisteil mit Bewegungs- und Sportaktivitäten.

Angebot planen und Chancen nutzen

Realisierbarkeit des Angebots prüfen

  • Diskutiert und reflektiert eure Idee des Angebots (siehe Typen) und die Sport-/Bewegungsaktivität in eurer Institution und holt euch die Zustimmung ein.
  • Besprecht eure Idee und mögliche Formen der Zusammenarbeit mit für euch relevanten Institutionen oder mit spezifischen Anlaufstellen.

Angebot nachhaltig organisieren

  • Informiert alle Beteiligten frühzeitig über das Angebot und die Aktivität(en): Vor allem wenn Geflüchtete zu einer bestehenden Sportgruppe dazukommen, ist es wichtig, Kinder, Jugendliche und Eltern für die Fluchtthematik zu sensibilisieren. Dies kann dazu beitragen, Spannungen, Unsicherheiten oder Konflikten vorzubeugen.
  • Verteilt in eurer Organisation Aufgaben und Verantwortungen: Dies schützt vor Überbelastung von Einzelnen. Legt dabei fest, wer eine Aktivität durchführt und wer Ansprechperson für Eltern, Verein, Schule oder Betreuungspersonen ist.
  • Baut Kooperationen auf und pflegt die Zusammenarbeit: Z.B. mit Asylzentren, kantonalen Unterkünften, Sportvereinen, Jugendverbänden, Migrantenvereinen, Schulen und Gemeinde/Stadt. Vielerorts sind Sozialdienste, das Schweizerische Rote Kreuz, Caritas oder das Schweizerische Arbeiterhilfswerk an einer Zusammenarbeit interessiert. Sie haben direkten Kontakt mit geflüchteten Familien, können mit spezifischem Wissen oder auch finanziell unterstützen.
  • Bezieht Personen mit Fluchterfahrung in die Planung und Organisation des Angebots ein: Sie können wichtige Hinweise zur Erreichbarkeit, Kommunikation und Gestaltung des Angebots liefern.
  • Informiert öffentlich über das Angebot: Dies sollte mehrsprachig, an einem geeigneten Ort bzw. über geeignete Kommunikationskanäle und Schlüsselpersonen erfolgen.

Angebot klug organisieren

  • Plant und findet Ressourcen: Gut und leicht erreichbare Sportstätten (in Wohnortnähe der Geflüchteten, zu Fuss, mit Velo oder ÖV); verfügbares Sportmaterial (Spendenaufruf, Kleiderbörse oder Ausleihe im Verein); Trainingszeiten, die auf den Tagesablauf von Geflüchteten ausgerichtet sind; ein Team von qualifizierten Leitenden bzw. Trainer/-innen (idealerweise mit eigener Fluchterfahrung) für die Aktivität und allenfalls eine Hilfsperson bestimmen; eine Bezugs-/Betreuungsperson, die Teilnehmende zuverlässig zum Ort der Aktivität sowie zurück begleitet und anwesend ist (bei einer Kinder-Aktivität); Kostenübernahme für allfällige ÖV-Nutzung und eine Übersetzungsperson mitdenken; «Göttis/Gottis» in einer bestehenden Sportgruppe, die als Vertraute agieren; motivierende Massnahmen für die Teilnahme am Angebot (z.B. persönliche Ansprache, Musik, Abgabe von Früchten).
  • Macht Chancen und Herausforderungen transparent: Eventuell müsst ihr eure Idee anpassen, z.B. weil das Angebot die bisherigen Interessen eurer Organisation tangiert oder das Angebot mehr Flexibilität verlangt (z.B. hinsichtlich der Gruppenzusammensetzung, Inhalt oder Dauer der Aktivität). Lasst euch durch Hindernisse nicht entmutigen und bleibt dran – ihr leistet einen wertvollen Beitrag!

Beachtet die gesetzlichen Möglichkeiten im Zusammenhang mit dem Aufenthaltsstatus (diese können sich kantonal unterscheiden)

  • Teilnahme am Sport: Geflüchtete dürfen grundsätzlich an Sportaktivitäten und Sportausbildungen (z. B. J+S) teilnehmen sowie Sportvereinen beitreten. Für die Teilnahme an Wettkämpfen ist die jeweilige Bewegungsfreiheit zu beachten (siehe Box) und manchmal ist eine Lizenz nötig, für die ein Ausweis oder Pass vorliegen muss.
  • Versicherung: Geflüchtete sind – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus – gegen Krankheit und Unfall versichert. Eine Haftpflichtversicherung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, wird aber oft durch die Behörden abgedeckt.
  • Ehrenamtliche Tätigkeit: Geflüchtete dürfen im Sportverein ehrenamtlich (unbezahlt) mitarbeiten. Es ist ratsam, die Tätigkeit beim zuständigen Sozialdienst oder der Wohngemeinde zu melden und abzuklären. Spesen, z.B. Reisekosten zum Spiel, dürfen rückerstattet werden, ohne den Sozialhilfeanspruch zu gefährden. Wenn Geflüchtete als Leiter/-in oder Trainer/-in eine Entschädigung erhalten, die über den reinen Spesenersatz hinausgeht, gilt dies rechtlich als Erwerbstätigkeit. In diesem Fall ist der jeweilige Status und das Arbeitsrecht (siehe Box) zu beachten. Der Verein muss die bezahlte Tätigkeit offiziell melden oder eine Bewilligung einholen.
  • Kosten: Beiträge für eine Mitgliedschaft im Sportverein können von kantonalen Sozialdiensten, der KulturLegi (Caritas), Sportvereinen selbst, Stiftungen oder NGOs (Winterhilfe, Pro Juventute) übernommen werden. In der vereinseigenen Satzung können Sonderformen einer Mitgliedschaft festgehalten werden, die Personen mit Fluchterfahrung ganz oder teilweise von der Beitragspflicht befreit, z.B. über eine «Gastmitgliedschaft». An Kosten für aussersportliche Aktivitäten, z.B. Lager, beteiligen sich J+S, manche Kantone oder kirchliche Organisationen. 
  • Informiert euch über geflüchtete Teilnehmende: Gibt es besondere Bedürfnisse oder bekannte Belastungen, die für die Aktivität relevant sind? Bestehen Spannungen zwischen einzelnen Teilnehmenden? Klärt zudem, wer bei schwierigen Situationen hinzugezogen oder kontaktiert werden kann.

Aktivität im Angebot durchführen

Generell unterscheiden sich Bewegungs- und Sportaktivitäten mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen nicht von anderen Sportangeboten. Die folgenden Hinweise unterstützen euch dabei, eure Aktivität bewusst und bedürfnisgerecht zu gestalten:

  • Willkommenskultur: Sporthalle, Bewegungsraum oder Umgebung einladend gestalten, angenehme Atmosphäre schaffen; das Vertrauen bei Geflüchteten aufbauen; die Sportumgebung zeigen; Sicherheit und Wertschätzung vermitteln; «Wir-Gefühl» entwickeln.
  • Niederschwelligkeit der Aktivität: kostengünstig/gratis, unverbindlich, geringe Anforderungen an sportliche Fähigkeiten und Sportausrüstung, pragmatischer Umgang mit Sprachenvielfalt, z.B. einfache oder non-verbale Sprache anwenden sowie Bildkarten und Symbole nutzen.
  • Bedürfnisgerechte Inszenierung der Aktivität: Bezieht die Kinder und Jugendlichen aktiv ein und fragt sie nach ihren Wünschen – etwa bei Spielen, Sportarten oder sportlichen Ambitionen; vordergründig Spass und Vergnügen aber auch leistungs- und wettkampforientiert, Gruppen mit ähnlichem Alter und Leistungsniveau können sinnvoll sein, Grenzen respektieren, jederzeit ermöglichen, dass «nur» zugeschaut oder aufgehört werden kann.
  • Berücksichtigung der physischen und psychischen Gesundheit sowie der Sensibilität für emotionales Befinden: Gewaltfreie Spiele wählen bzw. Spiele anpassen, die für geflüchtete Kinder und Jugendliche triggern könnten, z.B. Fangspiele wie «Räuber und Polizist», Piratenfangis» oder Abwurfspiele wie «Kriegsschiff», «Gefängnisball»; Zeit zum Mitteilen geben, wenn ein/-e Teilnehmer/-in über belastende Erfahrungen sprechen möchte, aber nicht dazu drängen. Zu eurem Schutz gilt: Wenn sich im Rahmen eurer Aktivität und euren Kapazitäten ein geschützter Raum für freies Ausdrücken und Erzählen ergibt, ist das sehr wertvoll. Ihr seid jedoch nicht dafür verantwortlich, Trauma therapeutisch zu begleiten. Bei Konflikten innerhalb der Gruppe sorgt ihr für einen sicheren Rahmen und zieht bei Bedarf geeignete Fach- oder Bezugspersonen hinzu.
  • Erfahrungen nutzen: Erkenntnisse aus der Durchführung einer Aktivität schriftlich festhalten und dahingehend die nächsten Aktivitäten verbessern.
  • Haltung von Leitenden: Geflüchtete Kinder und Jugendliche als ganze Menschen sehen, mit mehr als nur der Fluchterfahrung. Ihnen mit Menschlichkeit begegnen, ihre Stärken und Gemeinsamkeiten mit anderen Teilnehmenden hervorheben und einen Raum schaffen, indem sie sich gesehen fühlen (Anregungen und Tipps).
  • Gemeinsame aussersportliche Aktivitäten anbieten, z.B. z’Vieri oder Bräteln nach der Bewegungs-/Sportaktivität, an einem Wettkampf zuschauen, Plätzchen backen in der Weihnachtszeit.

Hier geht’s zum Praxisteil mit Bewegungs- und Sportaktivitäten

Vielfalt erleben – Vielfalt leben Bewegung und Sport mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung: Praxisteil mit Bewegungs- und Sportaktivitäten

Ihr habt einen oder mehrere Angebotstypen ausgewählt oder möchtet mehr darüber wissen. In diesem Praxisteil erfahrt ihr, in welcher Form euer Angebot mit Bewegungs- und Sportaktivitäten in den jeweiligen Institutionen umgesetzt werden kann. Ihr findet konkrete Beispiele für die Umsetzung sowie eine Auswahl an themenspezifischen Übungen und Spielen, die ihr in eure Aktivitäten einbauen könnt. Ihr habt einen oder mehrere Angebotstypen ausgewählt oder möchtet mehr darüber wissen. In diesem Praxisteil…

Vielfalt erleben – Vielfalt leben Bewegung und Sport mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung: Themenspezifische Übungen und Spiele: Ressourcen stärken

Die hier beschriebenen Übungen und Spiele eignen sich für Bewegungs- und Sportaktivitäten, bei denen ausschliesslich Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung teilnehmen. Sie tragen dazu bei, die psychischen und physischen Ressourcen zu stärken. Dies unterstützt geflüchtete Kinder und Jugendliche in ihrer gesunden Entwicklung und damit sie besser mit ihren speziellen Alltagsherausforderungen umgehen können. Die Übungen können an sich eine ganze Aktivität ausfüllen oder eine Aktivität ergänzen. Die hier beschriebenen Übungen und Spiele eignen sich für Bewegungs- und Sportaktivitäten, bei denen ausschliesslich…

Vielfalt erleben – Vielfalt leben Bewegung und Sport mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung: Themenspezifische Übungen und Spiele: Kennenlernen und Willkommen heissen

Wenn Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung zu einer bestehenden Sportgruppe hinzukommen, helfen gemeinsame Übungen und Spiele dabei, eine einladende Atmosphäre zu schaffen und das Zugehörigkeitsgefühl zu fördern. So können sich alle wohl und akzeptiert fühlen, neugierig aufeinander werden und positive Erlebnisse in einer sicheren Umgebung sammeln. Gemeinsame Bewegung schafft Nähe, stärkt Vertrauen und erleichtert Kontakte zu Gleichaltrigen aus der lokalen Bevölkerung. Wenn Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung zu einer bestehenden Sportgruppe hinzukommen, helfen gemeinsame Übungen und…

Mehr zum Thema

Hintergrundwissen zu Menschen mit Fluchterfahrungen

  • Kijuma (Magazin): Geflüchtete Kinder und Jugendliche berichten über ihren Alltag, ihre Bedürfnisse und Träume
  • Factsheets zu Herkunftsländern von Asylsuchenden: Überblick mit Zahlen und Fakten zum jeweiligen Land, zu den Risiken und jüngsten Entwicklungen im Land
  • Informationen über Fluchtgründe und Risiken auf der Flucht von Kindern

Praxisorientierte Informationen und verwendete Literatur

Sportangebote für Geflüchtete

Anlaufstellen mit Angeboten zur Unterstützung, Beratung, Vernetzung, Bildung und Schulung


Alle Inhalte der Serie

Integration Vielfalt erleben – Vielfalt leben!

Um den chancengleichen Zugang und die Partizipation aller Menschen zu fördern, setzt sich das Bundesamt für Sport seit 2008 für die Integration im Sport ein. Seitdem hat sich einiges getan! Unter dem Namen «Kulturelle Vielfalt im Sport» hat sich die Thematik bei J+S in der Grundausbildung und Weiterbildung verankert. Und für J+S-Leitende sowie Sportlehrpersonen entstand diverses Informations- und Unterstützungsmaterial. Dieser Artikel weist insbesondere Sportlehrpersonen, J+S-Leitenden, Trainerinnen und Trainern einen Weg, wie sie kulturelle Vielfalt in Ihren Bewegungs- und Sportangeboten fördern und leben können. Um den chancengleichen Zugang und die Partizipation aller Menschen zu fördern, setzt sich das Bundesamt…

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In diesem zweiten Teil der Beitragsserie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» mit themenspezifischen Bewegungsaktivitäten stehen gesellschaftliche Rituale, Bräuche, Gewohnheiten und Symbole im Zentrum. Häufig besteht unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit unterschiedlicher Herkunft eine gewisse kulturelle Distanz zu bestehenden Ritualen, Bräuchen, Gewohnheiten und Symbolen oder unterschiedliches Wissen darüber. Dies kann im (Sport-)Alltag Missverständnisse oder Ablehnung auslösen und darüber hinaus Anlass für Konflikte sein. In diesem zweiten Teil der Beitragsserie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» mit themenspezifischen Bewegungsaktivitäten stehen…

Vielfalt erleben – Vielfalt leben Werte und Regeln

Im dritten Beitrag der Serie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» mit themenspezifischen Bewegungsaktivitäten weisen wir Ihnen einen Weg, wie Sie spielerisch bewegt Kinder und Jugendliche für Werte und Regeln beim gemeinsamen Sporttreiben sensibilisieren können. Dabei geht es einerseits darum, ein Bewusstsein für die Vielfalt an Spiel- und Verhaltensregeln zu schaffen. Andererseits soll Sie der Beitrag dazu motivieren, positive Werte im Sport (z.B. Respekt, Fairplay, Gleichbehandlung) zu thematisieren und aktiv zu fördern. Im dritten Beitrag der Serie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» mit themenspezifischen Bewegungsaktivitäten weisen wir…

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Der vierte Beitrag der Serie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» fokussiert auf die Sprachenvielfalt und unterschiedliche Sprachvoraussetzungen in Sportgruppen. Lehrpersonen und Leiter/-innen erhalten wertvolle Inputs, mit denen sie verschiedensprachigen Kindern und Jugendlichen beim gemeinsamen Sporttreiben den Zugang zu Sportaktivitäten, die Teilhabe und die dafür wichtige Kommunikation untereinander fördern. Wir stellen dazu passende Bewegungs- und Sportaktivitäten vor und regen zur Reflexion in der Sportgruppe an. Bei den Aktivitäten geht es auch darum, eine gemeinsame Sprache anzuwenden, eine sprachsensible Umgebung sowie den Spracherwerb bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Der vierte Beitrag der Serie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» fokussiert auf die Sprachenvielfalt und…

Vielfalt erleben – Vielfalt leben Vertrauen aufbauen und pflegen

Der fünfte Beitrag der Serie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» unterstützt Sie dabei, Vertrauen in der Sportgruppe aufzubauen und zu pflegen. Spielerisch bewegt und durch gemeinsames Reflektieren des Erlebten. Vertrauen ist eine wichtige Grundlage für soziale Interaktionen zwischen Kindern und Jugendlichen. Es ermöglicht individuelles Zugehörigkeitsgefühl in der Gruppe, das Einhalten von Regeln und den Mut, sich in die Gruppe einzubringen. Der Beitrag enthält Bewegungsaktivitäten, die positive Erlebnisse und Emotionen hinsichtlich verschiedener Facetten von Vertrauen ermöglichen: Verlässlichkeit, Rücksichtnahme, Kooperation, Sicherheitsgefühl, Körperkontakt, Verantwortung und Hilfsbereitschaft. Der fünfte Beitrag der Serie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» unterstützt Sie dabei, Vertrauen in…

Vielfalt erleben – Vielfalt leben Umgang mit Vorurteilen beim Bewegen und Begegnen

Der sechste Beitrag der Serie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» fokussiert auf das Bewusstwerden und die Reflexion von Vorurteilen. Ziel ist es, das gemeinsame Sporttreiben und die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen unabhängig von Herkunft, Aussehen oder Sprache in der Sportgruppe zu fördern. Die Bewegungsaktivitäten in diesem Beitrag helfen den Teilnehmenden, sich mit sich selbst und den anderen auseinanderzusetzen. Sie fördern auch das Bewusstsein für unser Beobachten, Bewerten und Kommunizieren, um eine vorurteils- und diskriminierungsfreie Umgebung zu schaffen. Der sechste Beitrag der Serie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» fokussiert auf das Bewusstwerden und…

Vielfalt erleben – Vielfalt leben Auf zum neuen Wir – Spiel, Sport und Austausch mit Familien und Personen aus Schule, Verein, Gemeinde und Stadt

Die vorangegangenen Beiträge der Beitragsserie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» fördern mit themenspezifischen Bewegungsaktivitäten das gemeinsame Sporttreiben und das (Er-)leben der kulturellen Vielfalt unter Kindern und Jugendlichen im Sport. Das kann noch besser gelingen, wenn wir die Familien der Heranwachsenden sowie andere Personen aus Schule, Verein, Quartier oder Behörden in Bewegungsaktivitäten sowie in den Sportalltag einbeziehen. Deshalb stellen wir in diesem letzten Beitrag Spiele, Übungen und Bewegungsformen unter der Perspektive «Auf zum neuen Wir» vor. Die vorangegangenen Beiträge der Beitragsserie «Vielfalt erleben – Vielfalt leben» fördern mit themenspezifischen Bewegungsaktivitäten das…