Achtsam oder unklar?
Die Übung bietet Raum für Selbstwahrnehmung und ermöglicht, die aktuelle Befindlichkeit zu spüren (Stimmung, körperliche Verfassung etc.).
Sich im Alltag wahrnehmen
Die Gruppe läuft wild durcheinander. Auf die plötzliche Anweisung «Stopp» der leitenden Person bleiben die Teilnehmenden sofort an Ort und Stelle stehen (und schliessen optional ihre Augen).
Die leitende Person stellt jeweils eine Frage und kann einige Beispiele dazu geben:
- Wie fühle ich mich gerade? (z.B. aufgeregt, angespannt, gestresst oder eher entspannt, locker, müde)
- Wie fühlt sich mein Körper gerade an? (z.B. warm, kalt, schwer, leicht)
- Wo im Körper nehme ich dieses Gefühl wahr? (z.B. Kribbeln im Bauch, Druck auf der Brust, lockere Schultern, schneller Herzschlag)
- Wie ist meine Stimmung? (z.B. gut/schlecht gelaunt, müde, aufgeregt)
- etc.
Bemerkungen
- Die Übung eignet sich gut als Einstieg.
- Je nach Alter der Teilnehmenden kann es hilfreich sein, vor der Übung gemeinsam verschiedene Gefühle und deren mögliche körperliche Signale zu sammeln. Dies erleichtert insbesondere jüngeren Kindern den Zugang zur Selbstwahrnehmung.
Variationen
- Die Übung zwei bis drei Mal innerhalb einer Lektion wiederholen
- Die Übung während einer Saison/eines Halbjahres regelmässig wiederholen
- Nachdem in der Gruppe Erfahrungen mit der Basisübung vorhanden sind:
- kann die Bewegung mit unterschiedlichen Aufträgen verknüpft werden (z.B. (auf einem Bein) hüpfen, rückwärtslaufen, sich (ausgestreckt) auf Zehenspitzen) fortbewegen, Arme schwingend etc.)
- können unterschiedliche Musikstile während der Bewegung abgespielt (ruhig, schnell, laut, ungewohnt) und die Wirkung auf die eigene Befindlichkeit beobachtet werden.
Reflexionsfragen
- Was hat die Übung bei mir ausgelöst? Wie habe ich mich während der Übung gefühlt?
- Was habe ich wahrgenommen?
- Weshalb ist es hilfreich, meine eigene Befindlichkeit zu kennen?
- Welche äusseren Einflüsse haben meine Wahrnehmung oder Stimmung während der Übung beeinflusst (z.B. Musik, Umgebung, andere Personen, eigene Gedanken oder Erlebnisse)?
- Wie gelingt es mir im (Sport-)Alltag bewusst wahrzunehmen, wie ich mich körperlich oder psychisch fühle?
- Wie gelingt mir das Innehalten und mich selber spüren in einer herausfordernden Situation?
Impulse
- Es ist Aufgabe der leitenden Person, Raum für Selbstwahrnehmung zu schaffen und diese nicht zu bewerten. Jeder Mensch nimmt Dinge anders wahr.
- Selbstwahrnehmung ist oft die Grundlage dafür, persönliche Grenzen wahrzunehmen, einzuordnen und mitzuteilen.
- Du darfst spüren, was sich gut (stärkend) anfühlt und was nicht. Alles, was gerade da ist, darf Platz haben. Wahrnehmung ist keine Leistung, sondern eine persönliche Ressource.
- Wenn du merkst, was dein Körper und deine Gefühle dir sagen, kannst du dich schützen und rechtzeitig reagieren.
- Wenn etwas zu viel, zu schnell oder unangenehm ist, darfst du Stopp sagen.
- Deine Selbstwahrnehmung zählt. Du hast das Recht auf deinen Körper und deine Wahrnehmung zu hören und zu entscheiden, was du davon teilst.
- Wahrgenommenes kann geteilt (im Plenum, mit einer Vertrauensperson etc.) oder für sich behalten werden (zum Beispiel für sich aufschreiben)
- Wenn du Schmerzen hast, dich unsicher oder unwohl fühlst, sprich mit jemandem, dem du vertraust. Du hast das Recht dazu.
Taktvoll oder unsensibel?
Die Übung thematisiert den persönlichen Schutzraum und individuelle Grenzen.
Achtsam oder unklar?
Die Übung bietet Raum für Selbstwahrnehmung und ermöglicht, die aktuelle Befindlichkeit zu spüren (Stimmung, körperliche Verfassung etc.).
Schützend oder gleichgültig?
Das Spiel thematisiert den Bedarf an Hilfe, Schutz, Verantwortung und Perspektivenübernahme. Es fördert die Teamarbeit und gegenseitiges Vertrauen.
Tragend oder unvorsichtig?
Die Übung fördert gemeinsame Verantwortungsübernahme, fördert gegenseitiges Vertrauen und stärkt das Gefühl von Verbundenheit.
Einbindend oder ausgrenzend?
Das Spiel macht das Spannungsfeld von Nähe und Distanz im Sport direkt erlebbar. Nicht über körperliche Nähe, sondern über soziale und emotionale Distanz.