Schützend oder gleichgültig?
Das Spiel thematisiert den Bedarf an Hilfe, Schutz, Verantwortung und Perspektivenübernahme. Es fördert die Teamarbeit und gegenseitiges Vertrauen.
Dreieck-Fangen
Es werden Vierergruppen gebildet. In jeder Gruppe gibt es eine fangende Person (P1). Die anderen drei Personen fassen sich an den Händen und bilden einen Kreis (P2, P3 und P4). P1 bekommt die Aufgabe, eine zuvor bestimmte Person (P2, P3 oder P4) im Kreis zu fangen (zu berühren) – zum Beispiel P3. Die beiden anderen Personen (hier P2 und P4) haben die Aufgabe, P3 zu beschützen, indem sich der ganze Kreis – entsprechend der Laufrichtung von P1 – mit dreht und diesem so den Weg versperrt. Die Laufrichtung darf gewechselt werden.
Bemerkungen
- Fangspiele können schnell zu unbeabsichtigtem intensiven Körperkontakt führen. Klare Spielregeln geben hier Sicherheit und Orientierung (z.B. Regel für P1: «Es geht um eine leichte Berührung. Eine Person festzuhalten oder an ihr zu ziehen ist nicht erlaubt.»)
- Je nach Alter der Teilnehmenden zusätzlich vereinbaren, wo Berührungen erlaubt sind und welche Körperbereiche tabu bleiben.
Reflexionsfragen
- Wie habe ich mich in meiner Rolle gefühlt?
- Wie hat sich Nähe für mich angefühlt?
- An P2 und P4: Wie fühlt es sich an, Verantwortung für eine andere Person zu übernehmen und jemanden zu beschützen?
- Wie haben die beschützenden Personen (hier P2 und P4) miteinander kommuniziert? Was funktionierte und was war schwierig?
- An P3: Wie fühlt es sich an, Schutz zu brauchen? Wann habe ich Hilfe gebraucht?
- An P3: Wie fühlt es sich an, beschützt zu werden?
- Was brauchte es, dass Schutz funktioniert hat?
- Was denkst du, wie sich die Übung für die anderen Rollen angefühlt hat? Was könnte ähnlich gewesen sein, was anders?
- Wo begegne ich im Alltag ähnlichen Situationen – mit Nähe, Druck oder Schutz?
- Wann braucht es im (Sport-)Alltag Schutz?
- Wie kann ich im (Sport-)Alltag Schutz anbieten?
Impulse
- Es ist die Aufgabe der leitenden Person, einen sicheren (Lern-)Raum zu schaffen.
- Die Verantwortung für einen guten Umgang mit Nähe liegt bei der Person in der mächtigeren Position (hier P2 und P4).
- Es ist Aufgabe der schützenden Personen (hier P2 und P4), sich in die Lage der zu beschützenden Person (hier P3) zu versetzen. Grenzen sind oft leise und zeigen sich nicht immer durch «Stopp»-Rufe. Wenn (nonverbale) Grenzen überschritten werden, muss die leitende Person eingreifen.
- Unterschiedliche Perspektiven oder Rollen (fangende, schützende, beschützte Person) verändern das Erleben. Gleiche Situationen können sich für Menschen unterschiedlich anfühlen. Nähe kann schützend, aber auch einengend oder stressig sein.
- Wir tragen füreinander Verantwortung. Wenn mehrere Personen beteiligt sind (hier P2 und P4), ist es hilfreich, eine gemeinsame Strategie zu definieren.
- Nicht jede Person kann sich immer selbst schützen. Schutz entsteht durch Zusammenarbeit (hier P2 und P4: durch beobachten (wo ist P1?), einschätzen (wie geht es P3?), reagieren). Indem du hinsiehst und handelst, kannst du andere schützen. Fürsorge braucht Aufmerksamkeit, Behutsamkeit und Abstimmung.
- Auf eine Person einzugehen (hier P3), bedeutet nicht nur Mitsprache zu ermöglichen, sondern auch nonverbale Signale wahrzunehmen (z.B. sehr fester, Händedruck, angespannter Gesichtsausdruck).
- Jede Person hat das Recht auf Schutz. Du darfst Hilfe holen und annehmen. Denn Hilfe holen ist mutig.
Taktvoll oder unsensibel?
Die Übung thematisiert den persönlichen Schutzraum und individuelle Grenzen.
Achtsam oder unklar?
Die Übung bietet Raum für Selbstwahrnehmung und ermöglicht, die aktuelle Befindlichkeit zu spüren (Stimmung, körperliche Verfassung etc.).
Schützend oder gleichgültig?
Das Spiel thematisiert den Bedarf an Hilfe, Schutz, Verantwortung und Perspektivenübernahme. Es fördert die Teamarbeit und gegenseitiges Vertrauen.
Tragend oder unvorsichtig?
Die Übung fördert gemeinsame Verantwortungsübernahme, fördert gegenseitiges Vertrauen und stärkt das Gefühl von Verbundenheit.
Einbindend oder ausgrenzend?
Das Spiel macht das Spannungsfeld von Nähe und Distanz im Sport direkt erlebbar. Nicht über körperliche Nähe, sondern über soziale und emotionale Distanz.